23. – 02. Oktober 2017 – Perth

Die letzten Tage meiner Australienreise verbrachte ich in Perth. Einige Tage in einem herzigen Appartement mit Lena, wo wir vor allem das Auto putzten und schrubbten und uns um den Verkauf kümmerten. Nach Lena’s Abreise durfte ich bei einer Kollegin wohnen, die mit mir im Student’s House in Scarborough gelebt hatte. Wir verbrachten eine tolle Zeit. Nebst Organisatorischem schlenderten wir durch die Stadt, besuchten Kings Park erneut und genossen die gemeinsamen Abende zusammen. Nun ist es definitiv Zeit mich von Australien zu verabschieden…


20. – 22. September 2017 – Camping, Abschluss, Tschüss! 

Wir wollten zwar unbedingt nochmals richtig campen und die restlichen Tage in der Natur verbringen, doch hatten wir nicht mit solch stürmischen Wetter gerechnet, weshalb wir am ersten Morgen so schnell wie möglich alles zusammenpackten und im Auto Sicherheit suchten. Wir fuhren nach Hamelin Bay, konnten aber keine Stachelrochen sichtigen, da das Meer zu wild war. Wir suchten danach Trockenheit in einem Café in Margaret River, besuchten meine Lieblings-Winery und suchten erneut einen Campingplatz im Wald. Das dauerte ein Weilchen, musste der Platz doch perfekt sein, um alles irgendwie an Bäumen befestigen zu können. Schliesslich fanden wir den idealen Platz, richteten uns ein und genossen unseren letzten gemeinsamen Campingabend bevor es am nächsten Morgen in Richtung Perth ging.


18. – 20. September 2017 – Nannup

Es tat unheimlich gut nach Nannup zurückzukehren, schliesslich ist es der Ort, an dem alles begonnen hat. Wir konnten im Gästehaus eines Freundes übernachten, mit Frühstück inklusive und einem riesigen, wunderschönen Garten vor der Haustür. Es tat ziemlich gut, mal wieder ein richtiges Bett zu haben ;-). Ich führte Lena etwas herum, naja, viel ist ja wirklich nicht zu sehen und trotzdem füllte es einen ganzen Tag aus mit Besuchen des Blackwood River, Wildflower Trail, Barrabup Pool, Sheep Cheese Factory und natürlich der Lavendel Farm. Rob & Heather haben mittlerweile einen jungen „Border Collie“, der durch Lilly erzogen werden sollte, was aber nicht so richtig klappt. Es war toll dort zu sein, alles blüht, Mandelbäume, Olivenbäume, Blumen im ganzen Garten, nur der Lavendel lässt auf sich warten. Am Abend gingen wir dann alle zusammen, Rob, Heather, Chris, Louise (unsere Gastgeber), Lena und ich essen. Chris wollte uns überzeugen, noch einen Tag länger zu bleiben, was eigentlich ganz schön gewesen wäre, vor allem, weil es wie aus Kübeln regnete. Wir wollten aber unsere letzten zwei Tage mit Camping und in der Natur verbringen.


17. – 18. September 2017 – Point d’Entrecasteux, Bridgetown

Der Nationalpark selbst ist sehr schlecht erschlossen und nur über tiefsandige Pisten zu durchqueren, weshalb wir beschlossen, nur den einen Aussichtspunkt zu besuchen. Wunderschön waren die kargen Bäume, die Klippen und das „Natural Window“. Wir verbrachten aber wenig Zeit dort, da es uns fast wegblies. Wir setzten unseren Weg nach Bridgetown fort, wo wir ein gemütliches Kaffee fanden und das „Jigsaw Puzzle Museum“ besuchten. Unzählige Puzzles sind ausgestellt, und lustigerweise sehr viele aus der Schweiz, z.B. vom Lago di Locarno, Grindelwald und einigen Orten, die uns nicht bekannt waren, was uns einmal mehr daran erinnerte, dass wir die Schweiz etwas besser kennenlernen sollten ;-). Zum Abschluss besuchten wir die „Cidery“, in der ich schon mal mit Heather war und mir seither in bester Erinnerung geblieben ist.

Point d’Entrecasteaux


Bridgetown


16. – 17. September 2017 – Mount Frankland, Walpole, Shannon NP

Eine weitere und aber die allerletzte Gipfelerklimmung machten wir auf den Mount Frankland. Wunderschöne Aussichten auf Karri Wälder wurden uns geboten, aber ehrlich gesagt, ich hab’s gesehen! Keine Gipfel mehr! Etwas anderes war der „Tree Top Walk“ in der Nähe von Walpole, der auf fast 50m durch die Baumkronen der „Tingle“-, „Karri“- und „Jarrah“-Bäumen führt. Alle drei Baumarten gehören zur Eukalyptus- und somit zur Gummibaumfamilie. Die Tingles stammen von der Zeit, als Australien noch mit der Antarktis verbunden war, dem sogenannten Superkontinent „Gondwana“, und kommen nur noch im Südwesten Australiens vor (die anderen Teile Australiens befinden sich zu nördlich, sind also zu heiss oder feucht). Ein Merkmal der Karri ist, dass sie häufig innen komplett ausgebrannt sind, aber trotzdem weiter leben, da sie nur eine dünne Bakterienschicht…. hmm, wie war das nochmal? Egal, wenn ihr mehr wissen möcht, Wikipedia weiss es sicher ;-).

Item, unser Weg führte uns in den Shannon Nationalpark, in dem wir am folgenden Morgen den „Great Forest Drive“ machten, was eine wunderschöne Fahrt durch Karri Wälder war. Der Campingplatz fand seinen Platz unter den Top 5. Alleine, in mitten von Bäumen, Moosen und Wildblumen war es perfekt.

Mount Frankland


Treetop Walk – Walpole


Shannon National Park


15. – 16. September 2017 – Denmark, William Bay NP

Am nächsten Morgen ging’s weiter Richtung Denmark, wo wir eigentlich nur einen Kaffee trinken wollten, die Speisekarte aber zu verlockend war :-). Nach dem Frühstück besuchten wir den kleinen Küstennationalpark „William Bay NP“ mit den „Elephant Rocks“, Steinformationen, die wie Elefanten aussehen und einigen wunderschönen Stränden.


14. – 15. September 2017 – Albany

Albany sollte in erster Linie dazu dienen, unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Daneben besuchten wir den Mount Clarence, von dem man eine tolle Aussicht auf die Stadt geniessen konnte. Nach einem kurzen Besuch der „Amitiy“ (erstes Schiff in Westaustralien) verliessen wir Albany auch schon wieder und quartierten uns auf einem Campingplatz direkt am Meer ein, der alle Annehmlichkeiten bot, doch gratis war!


13. – 14. September 2017 – Porongurup National Park

Bekannt für seine Granitkugeln auf dem Gipfel bringt dieser Nationalpark nochmals etwas Abwechslung in die sonst immergrüne Landschaft. Wir hatten nach dem Aufstieg noch nicht genug und wanderten weiter durch den Park, was eigentlich viel schöner war, da wir alleine waren und die Landschaft mindestens so eindrücklich war.


12. – 13. September 2017 – Stirling Ranges National Park

Auf der Rückfahrt in den Süden verfuhren wir uns erstmals und mussten schliesslich mit Hilfe des Kompasses den Weg in Richtung Südwesten herleiten. Nachdem wir den richtigen Weg endlich wieder gefunden hatten, durchquerten wir die „Stirling Ranges“, eine Bergkette, die mitten aus dem Flachland herausragt und deshalb sehr mächtig wirkt. Wir waren aber zu faul, um nochmals einen Gipfel zu erklimmen und fuhren deshalb nur hindurch.


11. – 12. September 2017 – Wave Rock, Hyden

Von der Küste aus ging’s wieder nordwärts ins Landesinnere in die kleine Ortschaft Hyden, die eine Tankstelle, Hotel und den Wave Rock bietet. Wie es der Name verrät, erhebt sich dieser wellenförmige, 15m hohe und über hundert Meter lange Felsen aus der Erde.


9. – 11. September 2017 – Fitzgerald River National Park

Eigentlich ist die ganze Südwestküste ein einziger Nationalpark, so scheint es jedenfalls, wenn man die Karte betrachtet. Fitzgerald River NP ist einer der grössten und wohl bekanntesten. Am östlichen Ende erklommen wir den „East Mount Barren“, der ganz und gar nicht „barren“ ist, vor allem nicht Ende Winter, anfangs Frühling, wenn die Wildblumen Saison startet. Unzählige Farben und Formen begleiteten unseren Aufstieg. Etwas ängstlich waren wir jedoch, da kurz bevor wir unser Auto parkten, eine „Western Brown Snake“ unseren Weg kreuzte, eine der giftigsten Schlangen Australiens (obwohl, die sind eigentlich alle ziemlich giftig und man ist froh, wenn man nur von Phytons liest). Da der Weg auf den Berg zum Teil schmaler als wir selbst waren und man weder links noch rechts etwas sehen konnte und nur rascheln hörte, waren wir froh, als wir heil wieder unten ankamen. Am nächsten Morgen besuchten wir die westliche Seite des Parks, namentlich den „Point Ann“, an dem wir mehrere Glattwale beobachten konnten, die jährlich auf ihrer Reise von der Antarktis ihre Jungen in der Bucht gebären. Auf dem kurzen „Heritage Trail“ sahen wir den „Old Rabbit Proof Fence“, ein ca. 1700km langer Zaun, der dazu errichtet wurde, die 24 im frühen 19. Jahrhundert und sich invasiv vermehrenden Hasen (am Ende des Jahrhunderts waren es knapp 30’000 Hasen!), von Westaustralien fernzuhalten, da sie so ziemlich alles assen und zerstörten, was Menschen anbauten. Übrigens wurden die 24 Hasen importiert, um den Siedlern das Gefühl von Heimat zu vermitteln. Nicht dass die Neuaustralier nach der Haseninvasion ausgelernt hätten, sie importierten weitere Tier- und Pflanzenarten, u.a. Brombeeren, die bis heute eine echte Plage darstellen. Auf jeden Fall, wir sahen Glattwale ;-).


8. – 9. September 2017 – Cape Le Grand National Park

Einer der schönsten Strände, die ich je gesehen habe, befindet sich in diesem National Park. „Lucky Bay“, der seinen Namen zu recht trägt ist spektakulär und könnte das Cover Foto eines Magazins sein. Bekannt ist er eigentlich auch dafür, dass Kangaroos ganz nahe kommen, dieses Glück hatten wir aber nicht. Wir genossen den weissen Pulverstrand und spazierten dem Wasser einige Kilometer entlang. Die Nacht verbrachten wir unweit davon an einem anderen, abgelegenen Strand. Das Gefühl, direkt am Strand zu übernachten war einmalig und mit dem Rauschen des Meeres einzuschlafen und aufzuwachen unbeschreiblich.


7. – 8. September 2017 Esperance

Esperance selber ist definitiv keine Augenweide, die Stadt gleicht jeder anderen, doch ihre Strände sind paradiesisch und reihen sich aneinander. Pulvriger, weisser Sand und türkisblaues, glasklares Wasser sind die Merkmale. Wir fuhren entlang dem „Great Ocean Drive“, um einige davon zu sehen und uns vorzustellen, wie es wohl wäre, bei sonnigem Wetter und warmen Temperaturen zu faulenzen. Naja, wenigstens waren wir praktisch die einzigen Besucher, die sich im Winter dort befanden.


6. – 7. September 2017 – Nullarbor Plain

Hunderte von Kilometer geradeaus nach Westaustralien, das ist die Nullarbor, auch bekannt als „treeless plain“. Dementsprechend gibt es nicht viel Spannendes zu berichten, ein, zwei Roadhouses auf dem Weg, sonst nichts als gerade Strecken und kleinere Büsche am Strassenrand. Der Quarantäne Checkpoint brachte etwas Abwechslung. Dort werden alle Früchte, Gemüse, Holz mit Rinde, Samen und Honig beschlagnahmt. Alles, was Fruchtfliegen oder sonstige unerwünschten Insekten beheimaten könnte, das nicht über die Staatengrenze transportiert werden sollte. Ungleich der Grenzüberquerung von Nord- nach Südaustralien (wo wir Früchtekompott und Gemüseeintopf am Strassenrand kochten), waren wir diesmal perfekt vorbereitet und hatten alle unsere Vorräte aufgebraucht.


5. – 6. September 2017 – Ceduna, Point Sinclair

Das kleine Städtchen „Ceduna“ befindet sich einige Kilometer östlich des Grenzübertritts zu Westaustralien. Viel zu sehen gibt es also nicht, die Städtchen sehen alle ziemlich ähnlich aus, einstöckige Einfamilienhäuser, kleine Industriegebiete mit unzähligen Garagen, Crash Repairs, Tyre Supplies, einem Lebensmittelladen und einem Pub. Von letzterem machten wir ausnahmsweise Gebrauch, da es einfach zu kalt war, um sich auf dem Campingplatz aufzuhalten. „Point Sinclair“, nahe der Ortschaft, ist ein wunderschöner Strand inmitten von Sanddünen, an dem man sich ein Ferienhaus wunderbar vorstellen kann ;-).


3. – 5. September 2017 – Gawler Ranges National Park

Etwas nördlich des Highways schlugen wir unsere Zelte kurz vor dem Eingang in den Nationalpark auf. Das Wetter war einmal mehr katastrophal und so langsam verleidete es uns. Wir machten das Beste daraus und solange wir das Feuer am Brennen halten konnten, schien alles nur halb so schlimm (Ja, es ist möglich ein Feuer bei starkem Regen zu haben!). Der National Park selbst gefiel uns ausserordentlich, karge Berglandschaften und eine vielfältige Tierwelt beschreiben ihn am besten. Wir hatten das Glück, ein weiteres „Echidna“, ein igelartiges Tier zu sichten. Verwandt mit dem „Platypus“ kommt es nur in Australien vor und fällt unter die Kategorie der Säugetiere, obwohl es Eier legt, welche durch die selbe Öffnung herauskommen, wie die Sekrete. Ich werde euch nicht weiter mit anatomischen Details langweilen, es scheint aber doch ziemlich speziell. Wissenschaftler konnten sich lange nicht einigen, ob die beiden Tiere nun zu den Reptilien oder den Säugetieren gehörten. Ebenfalls sahen wir ein seltenes „Yellow footed Rockwallaby“, eine Wallaby, welches zu der Kangaroo Familie gehört, jedoch kleiner ist, und gelbe Füsschen hat. Wir besuchten die Steinformationen „Organ Pipes“ und verliessen den National Park am späten Nachmittag – mehr als zufrieden. Weil wie vom Outback noch nicht genug hatten, gingen wir nicht zurück auf den Highway, sondern bogen in eine Sandstrasse ab, die uns quer durch Wüstenlandschaften führte. Auf der Suche nach einem geeigneten Campingplatz, buchteten wir uns beinahe in tiefen Sand ein, doch dank unseres 4WDs, hatten wir keinerlei Schwierigkeiten, wieder rauszukommen (das hätte böse enden können).


2. – 3. September 2017 – Eyre Peninsula

Aufgrund schlechten Wetters und weil die Beschreibungen im Reiseführer nicht sonderlich packend wirkten, wollten wir die „Eyre Peninsula“ ursprünglich ganz auslassen und auf dem Eyre Highway Richtung Westen fahren. Plötzlich bemerkten wir aber, dass wir die Abzweigung verpasst hatten und uns südwestlich bewegten, deshalb beschlossen wir spontan, die Gegend doch zu besuchen. Viel gesehen haben wir jedoch nicht. Während der Fahr war das Wetter noch einigermassen gut und wir genossen die abwechslungsreiche Landschaft. Kaum angekommen, auf einem Felsvorsprung über dem Ozean, zog ein mächtiger Sturm auf. Damit nicht alles überschwemmt wurde, gruben wir einen Kanal rund ums Auto in der Hoffnung, dass wenigstens unsere Füsse trocken blieben. Da die Wettervorhersage auch für die nächsten Tage nichts Gutes versprach, fuhren wir nach einem (sehr) kurzen Abstecher nach Port Lincoln sogleich auch wieder nordwärts.


31. August – 01. September 2017 – Barossa Valley

Eine der bekanntesten und beliebtesten Weinregionen Australiens ist das Barossa Valley, das vor allem für Shiraz bekannt ist. Da jemand von uns fahren musste, mussten wir unsere „Tasting Tour“ auf wenige Weinkeller begrenzen, fanden aber einige Weine, die unserem Geschmack entsprachen. Leider waren wir etwas ausser Saison, die Rebberge waren kahl. Wir genossen das Gefühl eines Tagesausflugs, ohne mehrere hundert Kilometer fahren zu müssen und gönnten uns etwas Zeit.


26. – 29. August 2017 – Kangaroo Island

Von der „Flerieu Peninsula“, die zum Hafen führt, an dem wir die Fähre nach „Kangaroo Island“ nahmen, sahen wir leider nicht viel. Wir schlugen unsere Zelte direkt am Meer in der Nähe des Hafens auf, wo wir einen wunderbaren Start in den nächsten Morgen hatten. Kaum die Augen geöffnet, sahen wir einen Delfin der Küste entlang schwimmen. Die Insel selbst beheimatet einige Tierarten, die endemisch, also nur dort anzutreffen sind, so z.B. das „Kangaroo Island Kangaroo“ (was für ein origineller Name), schwarze „Tiger Snakes“, neuseeländische Robben und südaustralische Seelöwen. Auch Koalas sind dort beheimatet und wir hatten das Glück einige zu beobachten. Das Wetter war schlecht bis katastrophal, mit um die 0°C in den frühen Morgenstunden und viel Regen ist das Campen nicht mehr so angenehm. Wir liessen uns aber nicht gross beirren und besuchten diverse Strände im Norden der Insel, den „Flinders Chase NP“ im Westen mit tollen Landschaften und Wanderungen, die „Remarkable Rocks“, den „Admiral’s Arch“ sowie Kingscote, die „Hauptstadt“ der Insel.


24. – 26. + 30. – 31. August 2017 – Adelaide

Adelaide mit seinen 1.2 Mio. Einwohnern ist eine tolle Stadt. Wir fühlten uns sofort wohl, mit den öffentlichen Transportmitteln hatten wir aber unsere Schwierigkeiten. Als wir einen Blick auf die Karte warfen, sprach uns eine Frau an und bot uns ihre Hilfe an (einfach so, ohne zu fragen!). Wir konnten weder sagen, welchen Bus wir benötigten, noch in welches Quartier wir gehen sollten. Alles, was wir wussten war: Wir sind in Adelaide :-). Irgendwie fanden wir den Weg zu unserem Campingplatz dann doch zurück. Wir besuchten die „Art Gallery of South Australia“ und genossen die kulturelle Abwechslung, wanderten in der Stadt herum, machten eine kleine Shoppingtour, stiegen in den „Free Connector“, einen Bus, der rund um die Stadt fährt (gratis!) und besuchten das „Wine Center“, das Einblicke in die Weinverarbeitung, Traubensorften und Weingeschichte lieferte.


22. – 23. August 2017 – Arkaroola

Eigentlich planten wir eine grössere Wanderung am Nachmittag, wir waren aber so geschafft als wir ankamen, dass wir uns für einmal etwas Zeit gönnten um auszuspannen. Am Abend besuchten wir die Sternwarte. Mit einem Teleskop konnten wir Uranus, Saturn und diverse Sterne beobachten. Das war einmalig! Am kommenden Vormittag konnten wir uns dann doch noch für eine Wanderung aufraffen. Die Landschaft der „Flinders Ranges“ war spektakulär mit einem Aussichtspunkt, der 360° Rundblick und Aussicht auf den „Lake Eyre“, einer der grössten (und anscheinend der weisseste) Salzseen in Südaustralien bot.


20. – 21. August 2017 – Coober Pedy

Nach einem ellenlangen Fahrtag erreichten wir Coober Pedy juste für den Sonnenuntergang. Wir schlossen uns einer Tour an, die einen Einblick in den Abbau von Opalen ermöglichte. Dafür ist die kleine Outbackstadt bekannt und Tausende versuchen ihr Glück in eigenen Minen, weshalb die Landschaft durch zahlreiche Sandhügel gekennzeichnet ist. Ebenfalls interessant ist, dass ca. 60% der Bevölkerung von Coober Pedy unterirdisch lebt. Da es im Sommer unsäglich heiss (bis zu 50°C) und im Winter teilweise sehr kalt und windisch ist (wir durften das hautnah erleben), ist die Wohnung unterhalb der Erde ein idealer Wärmeregulator mit konstanten 20 – 24°C. Für etwas Kleingeld war es uns möglich, eine dieser Wohnungen zu betrachten.


18. – 20. August 2017 -Uluru (Ayers Rock) und Kata Tjuta (Olgas)

Das absolute Highlight des „Red Center Ways“ war natürlich der Uluru mit seiner einzigartigen Form und Präsenz in Mitten von Nichts. Für die Aboriginals ist der rot leuchtende Felsen von höchst kultureller Bedeutung und ein wahrhaftes Touristenmagnet. Wir marschierten auf dem „Base Walk“ einmal rund um den Felsen und fanden schliesslich einen Platz zum Campieren auf einer einsamen, roten Sanddüne mit direktem Blick auf den Uluru. Die Abenddämmerung war dementsprechend … dafür gibt es keine Worte! Etwas lästig waren jedoch die Mäuse, die um unser Auto schlichen und eine hat sich wohl in unser Auto verirrt und mein Herz hörte fast auf zu schlagen, als ich etwas über die Bettdecke laufen fühlte. Am nächsten Morgen war sie dann verschwunden ;-). Die Kata Tjuta, was übersetzt „viele Köpfe“ heisst, waren gleichermassen eindrücklich und wir genossen die Wanderung durch die roten Dome.

Am späten Nachmittag ging’s weiter in Richtung Südwesten.


17. – 18. August 2017 – Kings Canyon (West Mac Donnell Ranges)

Die Wanderung über den Rand des Kings Canyons, Australiens grösster Canyon (300m hoch) war einmal mehr eindrücklich (und anstrengend ;-)).


16. – 17. August 2017 – West Mac Donnell Ranges

Entlang des „Red Center Ways“ befanden sich mehrere Schluchten und Natur Pools. Eindrucksvoll war das aus weissem, gelbem und rotem Ocker bestehende Gestein, das für die Aboriginals von grosser Bedeutung ist (für Zeremonien, Körperbemalung usw.).


15. – 16. August 2017 – Alice Springs

Die Stadt mit ihren 30’000 Einwohnern, davon mehr als 25% indigene Australier (mehr als der landesweite Durchschnitt) liegt in Mitten Australiens und bietet alles, was das Herz begehrt (oder auch nicht begehrt!). Das Zusammenleben scheint mehr oder minder zu funktionieren, ab Abend finden sich Polizisten vor den „Bottle Shops“ um den Alkoholkonsum zu kontrollieren. Wir besuchten ein „Reptile Center“ um die gefürchteten, mitunter giftigsten Schlangen der Welt einmal ganz aus der Nähe zu betrachten. Ein kurzer Vortrag half uns, die Tiere und die allfällig zu treffenden Massnahmen im Falle eines Bisses besser zu verstehen. Die Schlangen Australiens sind ziemlich einzigartig und müssen grundsätzlich nicht gefürchtet werden, ist keine davon aggressiv und es besteht die Möglichkeit, die Art der Schlange gemäss dem Biss zu identifizieren und das passende Gegengift zu verabreichen. Des Weiteren ist der erste Biss in der Regel ein Warnbiss, bei dem die Schlange kein Gift injiziert. Die Zähnchen sind so klein, dass sie häufig nicht durch Schuhe oder dicke Kleidung hindurchdringen (im Gegensatz zur afrikanischen „black Mamba“, die aggressiv ist und ca. 5cm lange Zähne hat). Zum Abschluss wurde es den Besuchern gestattet, eine „Olive Python“ zu halten. (Alle Pythons sind Würgeschlangen und enthalten damit kein Gift).

Auf dem „Anzac Hill“ genossen wir einen guten Ausblick auf die Stadt und die Trennung der „East and West Mac Donnell Ranges“, den Gebirgszügen, die sich östlich und westlich von Alice Springs durch das Land erstrecken.


Devil’s Marbles (on the way)


Katherine to Alice Springs


11. – 13. August 2017 – Kakadu National Park

Auf einer zweistündigen Bootstour während der Abenddämmerung durch den zum UENSCO Weltkulturerbe gehörenden Kakadu NP sahen wir zahlreiche Vogelarten und natürlich die ziemlich gefährlichen, imposanten Salzwasserkrokodile (Estuarine Crocodiles). Die bis zu fünf Meter langen Reptilien leben in den Süsswasser Billabongs und im Fluss sowie im Meer. Während der Wet Season migrieren die Tiere vom Meer in die Flüsse und Bäche, wo sie sich hauptsächlich von ihren kleinen und schwächeren Verwandten, den Süsswasser Krokodilen ernähren sowie von Büffeln und anderen grösseren Tieren. Vögel sind für sie nicht interessant, kostet es sie zu viel Energie nach den Tieren zu schnappen im Vergleich zur Menge, die sie dabei erwischen. Klar ist nun auch, weshalb die Tiere häufig mit offenen Mäulern am Ufer liegen. Ab 34°C überhitzt ihr Gehirn. Das Öffnen des Maules kühlt das Gehirn herunter und die kleineren Kroks haben keine andere Wahl, als den ganzen Tag ihr Maul offen zu halten, denn gehen sie ins Wasser, sind sie bald nicht mehr.

Am zweiten Tag unternahmen wir eine etwas längere Wanderung zu einem Lookout mit Sicht auf die südliche Plattform des NP sowie zu einem zwar fast ausgetrockneten, aber spektakulären Wasserfall (also eher die Umgebung). Der Park ist riesig (20’000qkm), man könnte also locker eine Woche dort verbringen, unser Zeitplan liess das jedoch nicht zu, weshalb wir unsere Reise in Richtung Süden und der endlosen Wüste fortsetzten.

Die wahnsinnig gelungene Aufnahme von mir am Ende des Albums soll die innige Freundschaft mit den äusserst lästigen Fliegen veranschaulichen. Ein Zitat dazu aus dem Buch „Down Under“ von Bill Bryson: „Flies are of course always irksome, but the Australian variety distinguish themselves by their very particular persistence. If an Australian fly wants to be up your nose or in your ear, there is no discouraging him. Flick at him as you will and each time he will jump out of range and come straight back. It is simply not possible to deter him. Somewhere on an exposed portion of your body is a spot about the size of a shirt button that the fly wants to lick and tickle and turn delirious circles upon. It isn’t simply the persistence, but the things they go for. An Australian fly will try to suck the moisture off your eyeball. He will, if not constantly turned back, go into parts of your ears that a Q-tip can only dream about. He will happily die for the glory of taking a tiny dump on your tongue. Get thirty or forty of them dancing around you in the same way and madness will shortly follow“. Man könnte es nicht besser beschreiben!


07. – 11. August 2017 – Darwin

Darwin ist eine herzige und lebhafte kleine Stadt (ca. 130’000 Ew.) am nördlichen Ende von Australien. Nach viel Natur und wenigen zu anderen Reisenden genossen wir die Abwechslung sehr. Auf dem Campingplatz, auf dem wir eigentlich rasten wollten, meinte die Empfangsdame, dass sie keine Personen nehmen, die in Autos übernachten. Wir waren zwar etwas überrascht, waren uns aber im Nachhinein einig, dass wir dort wohl eh nicht hingepasst hätten. Wir fanden einen anderen, etwas weiter ausserhalb der Stadt. Am ersten Tag machten wir mal gar nichts. Die Hitze und zugleich feuchte Luft machte uns schläfrig und wir verbrachten den Nachmittag am Pool. Am kommenden Tag erkundschafteten wir die Stadt, liefen Strassen auf und ab, entlang der „Esplanade“ und durch den botanischen Garten (ein bisschen vermissten wir die Natur schon wieder ;-)). Ich fühlte mich in Darwin sehr daheim, erinnerte mich die Stadt sehr an Cairns, was wohl immer mein australischen „Zuhause“ bleiben wird. Am nächsten Tag gingen wir in das „National Museum & Art Gallery of the Northern Territory“, eines der besten und informativsten Museums, das ich je besucht habe. Es beinhaltete alles zu Tier- und Pflanzenwelt, Mineralien, Kunst, Schiffbau und deckte ebenfalls einen kleinen Teil mit Südostasiatischem, vor allem Indonesien. Ziel dessen ist, die asiatische Kultur und das Verständnis dafür zu fördern, liegt Jakarta um einiges näher bei Darwin als Canberra, die Hauptstadt Australiens. Wir verbrachten eine Ewigkeit in dem Museum, weshalb anschliessend nicht mehr viel Zeit für anderes übrig blieb. Wir entdeckten einen „Gin Garden“, dem wir natürlich nicht widerstehen konnten. Die Barkeeperin hatte aber leider „von Tuten und Blasen“ keine Ahnung und wir bestellten einfach einen australischen Gin ;-). Ein reichhaltiges Buffet und „all you can eat“ erwartete uns beim Jetty am Hafen direkt am (auf dem) Meer. Wir konnten uns danach kaum noch bewegen, schafften es aber noch in eine Irish Bar, wo wir Shelly, eine Kollegin aus dem Student’s House, trafen. Am letzten Tag trafen wir eine weitere Kollegin, Gloria, die den Englisch Kurs mit mir zusammen gemacht hatte. Zufälligerweise wurden ihr auf dem gleichen Campingplatz unseren Nachbarsplatz zugewiesen. Wir besuchten einen „Night Market“ am Mindil Beach mit zahlreichen Essenständen und viel zu vielen Desserts.

Nicht nur dort, überall in der Stadt und vor allem in der Nacht sind zahlreiche, leider oft betrunkene Aboriginies zu sehen. Es scheint offensichtlich, dass hier zwei Bevölkerungsgruppen komplett nebeneinander und nicht miteinander leben. Das Verständnis für einander scheint nicht vorhanden zu sein und einige Kommentare von Busspassagieren können leichte Aggressionsschübe auslösen. Wir haben uns mit einigen Personen auf der Reise über diesen Zustand unterhalten und die einzige Antwort, die man grundsätzlich erhält ist, dass niemand weiss, wie das Problem zu lösen sei, was zu tun sei und jeder hofft, dass Zeit die Wunden heilen wird…


05. – 07. August 2017 – Litchfield National Park

Der Park befindet sich nur 120km südlich von Darwin, was man auch deutlich an den Touristenmengen und den betonierten und leicht zugänglichen Pools zu spüren bekommt. Wir waren ziemlich überwältigt von dem Trubel, was uns dazu brachte, die meistbesuchten Punkte auszulassen und die etwas weniger frequentierten Plätze aufzusuchen. Die Kaskaden sowie den Spaziergang durch Regenwaldabschnitte waren meine persönliche Highlights. Die unzähligenTermitenhügel waren ebenfalls sehr eindrücklich. Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Darwin, dem „Top End“.


04. – 05. August 2017 – Nitmiluk National Park (Katherine Gorge)

Der Park wird als spektakulär gerühmt, wir fanden es zwar auch sehr nett, aber man hätte den Park ebensogut auslassen können. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir so viele Dinge sehen, dass es irgendwann zu viel wird oder wir froh sind, wenn etwas komplett anderes kommt. Schön war es trotzdem, vor allem die 15km lange Wanderung, die ohne Abkühlung in Pools (Krokodilgefahr!) und bei brütender Hitze ziemlich anstrengend war. Auf dem Parkplatz trafen wir zwei Luzerner, die seit 40 Jahren in Australien leben, lucky bastards ;-)!


03. – 04. August 2017 – Lake Argyle / Gregory National Park

Da wir generell fanden, dass wir etwas unter Zeitdruck sind, erhöhten wir unser Reisetempo für eine Weile. Wir fanden einen Lookout über den Lake Argyle, ein riesiger Stausee, der so ziemlich die ganze Kimberley Region mit Wasser speist und liefen einen Wanderweg im Gregory National Park. Rote Felsen im Hintergrund und Palmen im Vordergrund kennzeichneten diese Landschaft.


01. – 03. August 2017 – Purnululu National Park

Bis wir die Strecke zurück bewältigt, die Gibb River Road überstanden und schliesslich im Purnululu NP angekommen waren, vergingen zwei Tage. Der Abstecher in den Park war dementsprechend kurz, war er eigentlich nicht in unserem Reiseplan enthalten, aber fast ein Muss in dieser Region. Die runden Zebrarocks waren äusserst eindrücklich und wir genossen die Abwechslung zu den Gorges und Naturpools.


29.-31. Juli 2017 – Mitchell Falls National Park

Der Weg dorthin war wirklich sch…. Die schlimmste Strasse, die wir bis anhin erlebten. Die Höhenunterschieden auf den wellblechartigen Psten betrug des öfteren ca. 10cm, dazu kamen riesige Steine mitten auf der Strasse. Wir brauchten 2.5 Stunden um die 85km lange Strecke zu bewältigen. Wer sein Auto zerstören möchte, sollte einfach nach Australien kommen. Ich glaube, wenn wir zurück in Perth sind, wir nichts mehr ganz sein. Trotz der langen Fahrzeit hatten wir am Nachmittag noch genügend Zeit um uns eine Abkühlung an den „little Mertens Falls“ zu gönnen. Am nächsten Tag wanderten wir zu den Mitchell Falls, ein wirklich magischer Ort (wäre nicht der andauernde Lärm des Helikopters zu hören, der die etwas fauleren oder älteren Leute den Ort auf andere Weise erkundschaften lässt). Wir hätten stundenlang dort sitzen können. Am nächsten Morgen (früh!) machten wir noch den „Riverview Trail“ bevor wir noch etwas weiter in den Norden zum „Surveyors Pool“ fuhren, in dem wegen der latenten Salzwasserkrokodilgefahr und der kulturellen Bedeutung für die indigenen Bewohner Australiens nicht gebadet werden darf. Noch etwas weiter nördlich offenbarte sich uns eine Weitsicht über die Wälder der Kimberleys zur Warrender Bay auf den azurblauen Ozean. Eigentlich wären wir gerne noch eine Nacht dort geblieben, da es aber erst Mittag war und wir langsam etwas unter Zeitdruck stehen, beschlossen wir den Rückweg über die katastrophale Piste anzutreten und fuhren bis in die Abenddämmerung.


28.-29. Juli 2017 – Drysdale River

Ein weiterer Fahrtag in Richtung Mitchell Falls National Park. Wir mussten dringend waschen und unseren Wasservorrat auffüllen, was uns zu unserem ersten Stopp in einem Roadhouse verleitete. Im Reiseführer stand, dass die dort ein Biergarten hätten, was eigentlich noch fast wichtiger war. Wir gönnten uns einen „Burger with the lot“ und konnten uns danach kaum noch bewegen. Danach wurde gearbeitet: ein weiterer kaputter Pneu (doch wenigstens nicht komplett verrissen) flicken, nähen, waschen, das Auto soweit putzen, dass man wenigstens etwas berühren konnte, ohne dunkelrote Hände zu haben. That’s it.

27.-28. Juli 2017 – Gibb River Road

Driving, driving, driving! Die Distanzen sind immens und die Strassenzustände schlecht bis schlichtweg nicht vorhanden. Ab und zu überquert man betonierte Strassenabschnitte, die sind ca. 50m lang und man hat das Gefühl, die sind nur gemacht, um daran erinnert zu werden, wie schön es sein könnte auf einer Piste, die einen nicht komplett durchschüttelt. Mittagessen und eine Abkühlung fanden wir an und in der Galvans Gorge. Wir fuhren solange wir konnten und rasteten schliesslich… irgendwo.


Galvans Gorge


 

25.-27. Juli 2017 – Mornington Wildlife Sanctuary

Wir konnten uns lange nicht entschliessen, ob wir den 100km langen Weg in das „Mornington Wildlife Sanctuary“ in Angriff nehmen sollten oder nicht, entschlossen uns aber schliesslich dafür. Nach dem Abzweig sah ich einen Unterstand, der aussah wie eine uralte Bushaltestelle. Nebst der Strasse widmete ich meine ganze Aufmerksamkeit diesem Blechding, während Lena weissichnichtwas vor sich hin träumte. Auf jeden Fall übersahen wir das Schild, oder konnten nur die Zeilen lesen: „Visitors must …“. Ich dachte, da wird schon noch ein zweites Schild kommen, wenn es denn so wichtig wäre. Aber es kam keines mehr. Plötzlich standen wir vor einem geschlossenen Tor. Hinter uns tauchte ein Auto auf, das wir ebenfalls durchliessen und den Fahrer fragten, ob er wisse, was auf dem Schild stehe und ob es denn wichtig sei. Er meinte nur: „Ah, you are visitors?“ Als ob wir die einzigen seit Jahren gewesen wären. Er informierte uns, dass wir eigentlich im Sanctuary hätten anrufen und uns nach Plätzen erkundigen sollen (dafür war die Bushaltestelle, die eigentlich eine Telefonzelle war). Wir beschlossen uns dem Schicksal zu überlassen und weiterzufahren. An der Rezeption angekommen, meinte die überaus freundliche Italienerin, dass sie leider ausgebucht wären. Aber wie so häufig, fand sie dann doch noch ein Plätzchen. Resp. Platz hat es in Hülle und Fülle, aber es sind insgesamt nur 50 Gäste zugelassen, um die Natur möglichst zu schonen (es ist immer noch ein Naturschutzgebiet).

Am selben Abend liefen wir zwei vom Camping Platz gut erschlossene Trails, die besonders gut zur Vogelbeobachtung sein sollten. Naja, wir hatten nicht grosses Glück. Am kommenden Tag mieteten wir ein Kanu und durchquerten damit die „Dimond Gorge“. Der Rückweg war zwar etwas anstrengend, aber es war fantastisch, die Schlucht von einer etwas anderen Perspektive zu sehen. Den Nachmittag verbrachten wir am „Fitzroy River“ in „Cajeput“, wo wir nun doch noch einige wunderschöne Vögel beobachten konnten. Da es ein Naturschutzgebiet ist, leben Tiere dort, die vor allem wegen den freilebenden Kühe und der grossflächigen Bushfires nirgends sonst in den Kimberleys zu finden sind. Am nächsten Morgen liefen wir zur „Sir John Gorge“ und anschliessend zur „Bluebush Gorge“, bevor wir unsere Reise weg von der „King Leopold Range“ fortsetzten. Obwohl wir ein halbes Vermögen für den Campingplatz und die Bewilligung in das Naturschutzgebiet bezahlten, waren wir froh, die Reise unternommen zu haben. Da nur eine beschränkte Anzahl Personen pro Tag zugelassen sind, befanden wir uns häufig total abgeschieden in der Natur und man hatte den Eindruck, man könnte sehen und spüren, wie die Natur ohne Menschen aussehen würde.


Bell Gorge

Irgendwo dazwischen auf dem Weg gönnten wir uns dort eine Abkühlung. Eigentlich war es wunderschön, aber wir erleben tagtäglich so viel, sehen viele dieser wunderbaren Naturpools, dass es manchmal echt schwierig ist, all diese Eindrücke verarbeiten zu können. Here just an impression for you…


24.-25. Juli 2017 – Windjana Gorg / Tunnel Creek

Der nächste Tag war ganz der Tierwelt gewidmet. Kaum losgefahren, standen die ersten Kühe mitten auf der Strasse und glotzten uns verwundert an (manchmal dauert es ein bisschen, bis sie uns den Weg freimachten). Da wir früh unterwegs waren, sahen wir ebenfalls Kangaroos über die Strasse hüpfen. Etwas weiter Richtung der ersten Gorge überquerte eine Schlange die Strasse und schliesslich, als wir die Windjana Gorge erkundschafteten, sahen wir zahlreiche Süsswasserkrokodile. Die klingen gefähricher als sie sind. Die ca. 1.5m langen Reptilien lagen phlegmatisch am Flussufer und genossen die Sonne. Der zweite Abstecher an diesem Tag führte zum Tunnel Creek. Mit Taschenlampe durchquerten wir den Tunnel. Die ersten Entgegenkommenden wiesen uns freundlich darauf hin, dass sich hinter dem einen Wasserfall ein Krokodil befände. Eigentlich sagten sie nur, dass wir pinkfarbene Augen sehen würden, worauf ich nachfragte, was sie damit meinen (als ob es völlig selbstverständlich wäre, zu wissen, dass Krokodile pinkfarbene Augen haben). Mit etwas mulmigem Gefühl setzten wir unseren Weg durch das Wasser fort (ja, es sind doch immer noch Krokodile!). Der Ausblick am Ende des Tunnels und das Erlebnis war es aber auf jeden Fall wert.


23. – 24. Juli 2017 – Derby / Gibb River Road

Auch in Derby gab es nichts Aussergewöhnliches zu sehen, aber es führt kein anderer Weg auf die berühmt berüchtigte Gibb River Road. Wir schauten uns den „Prison Tree“ an, ein riesiger „Boab Tree“, Affenbrotbaum zu Deutsch und eine Unterart des afrikanischen Boabab Tree, von denen es acht Arten gibt, sechs davon sind auf Madagaskar, eine in Ostafrika und die zweitkleinste Art in Australien zu finden. Die Kimberley Region, die wir in den nächsten Tagen durchqueren werden, ist durch diese Bäume, die extreme Dürreperioden aushalten können, gekennzeichnet. Interessant an den Boabs ist, dass sie in der Nacht blühen, weil sie durch Fledermäuse bestäubt werden und ihre Stämme weiten sich aufgrund gespeicherter Wassermengen aus.

Wir kamen also endlich auf die Gibb River Road, eines jeden Australien Reisenden Wunsches, sie einmal abgefahren zu haben. Zu Beginn war die Strasse noch angenehm betoniert, bald war aber nichts anderes als Kies und Staub zu sehen. Wir übernachteten etwas abseits der Strasse auf einem Stückchen Land, das nur uns und den unzählichen, abertausenden Insekten gehörten.


22.-23. Juli 2017 – Middle Lagoon

Nachdem wir noch einen Tag mehr als geplant in Broome verbrachten, führten wir unsere Reise schliesslich zu der Middle Lagoon am Cape Leveque fort. Der idyllische Campingplatz mit direktem Strandzugang war genau was wir brauchten, obwohl sich die Reise nur halbwegs gelohnt hatte, war die Piste doch ziemlich holprig und zum Teil tief sandig. Die Strassen, welche wir eigentlich für unsere Weiterfahrt geplant hatten, konnten wir nicht passieren. Wir machten deshalb einen Abstecher nach Beagle Bay, eine Aboriginal Gemeinde, die aus einigen Häusern und einer Kirche besteht. Die Kirche war Missionarstelle für Mischlingskinder, die in den 60er Jahren ihren Eltern entrissen wurden. Ein trauriges Stück Geschichte. Von den Einwohnern selbst sahen wir nicht viel, nur jede Menge Plakate mit Hinweisen auf vernüftigen Umgang mit Drogen, Alkohol und dass Kindesmissbrauch der Polizei gemeldet werden soll. Es schien, als ob es dort einige Probleme gibt.


18. – 22. Juli 2017 – Broome

Endlich in Broome angekommen, gingen wir auf den „günstigsten“ Campingplatz in der Nähe der Stadt, da wir aber in den „Overflow sector“ zugewiesen wurden, kostete uns die erste Nacht ein halbes Vermögen, nicht zu erwähnen, dass wir direkt neben den sanitären Anlagen standen, wo die ganze Nacht das Licht brannte und Leute vorbeigingen. Wir wechselten den Platz am nächsten Morgen, nachdem wir den Strand direkt vor der Tür genossen. Riesiger Pluspunkt war aber, dass wir endlich wieder einmal recyceln konnten. Ja, ihr hört richtig, in einem westlichen, modernen Land wie Australien ist das in diesen entlegenen Gebieten keine Selbstverständlichkeit. Irgendwo vor langer Zeit konnten wir immerhin noch die Dosen recyclen, was uns dazu verleitet hat, das Bier nur noch in Dosen anstatt in Glas zu kaufen. Danach fanden wir aber keine einzige Möglichkeit mehr zur „artgerechten“ Entsorgung. Ich hab’s nicht übers Herz gebracht, die Aludosen wegzuwerfen, also bestand unser hauptsächliches Gepäck seit mehreren Wochen aus Dosen.

Anschliessend marschierten wir in die Stadt, besichtigten China Town, das der Kern von Broome ist. Anschliessend, besuchten wir die Brauerei, kosteten verschiedene Biere (es war schon nach 12 Uhr!) und assen unser Mittagessen. Weiter ging’s zum berühmten „Cable Beach“, der zwar wunderschön ist, aber nicht schöner als die meisten Strände, die wir bis anhin gesehen hatten. Wir sahen also keinen Grund, viel Zeit dort zu verbringen und gingen zurück in die Stadt. Den zweiten Tag verbrachten wir damit, unsere Vorräte aufzufüllen und unser Autodach zu flicken. Eine Holzlatte ist gebrochen, die wir nun ersetzen mussten. Freundlicherweise durften wir eine Sage in dem Laden auslehnen. Als wir heraus spazierten, stellten wir fest, dass wir nicht fähig waren, zwei gleich lange Latten zu sägen, brauchten aber zum Glück sowieso nur eine :). Am Abend besuchten wir einen „Night Market“ direkt neben dem Camping Platz. Der dritte Tag wurde erneut Matilda gewidmet, sie verdiente ihren langersehnten Service und einmal mehr, einen neuen Pneu. Broome im Allgemeinen ist echt cool, viele Cafés, freundliche Leute, zwar etwas anoynmer als normalerweise, und das Wetter ist fantastisch. Konstante 32°C und etwas feuchtere Luft (wir nähern uns den Tropen) machen nun die Abende endlich angenehm.


17. – 18. Juli 2017 – Eighty Mile Beach

Wir haben es leider nicht geschafft, den ganzen Strand entlang zu laufen, dafür fanden wir einen wunderschönen Campingplatz mit Strandzugang. Da wir früh morgens ankamen, befand sich unser Platz auch direkt am Strand und wir genossen den Nachmittag in der brütend heissen Sonne. Ältere Ladys machten uns freundlich darauf aufmerksam, dass wir Sonnencrème auftragen sollten. Vielen Dank für den Hinweis, darauf wären wir nie gekommen! Aussies lieben es, ohne jeglichen Kontext oder Sinn, Kommentare fallen zu lassen. Etwas ungewöhnlich für uns, aber man gewöhnt sich dran ;-). Am nächsten Morgen ging’s weiter in Richtung Broome. Auf unserem Weg sahen wir wilde Pferde und eine riesige Kuhherde. 40km vor Ankunft lenkte Lena das Auto plötzlich an den Strassenrand, da ein weiteres Mal ein Pneu geplatzt ist. Als wir das Rad gewechselt hatten, holte uns die Kuhherde wieder ein, wir waren also sozusagen im Kuhtempo vorwärts gekommen. Wenigstens hatten wir nun die Gelegenheit, in aller Ruhe einige Fotos zu schiessen.


15. – 17. Juli 2017 – Marble Bar / South Hedland

Der eigentlich Grund für unsere Reise über diese verwahrloste Strasse war wohl der Krater, denn auch in „Marble Bar“ gab es grundsätzlich nichts. Eine Tankstelle, ein Hotel inklusive General Store. That’s it! Ein kleiner Campingplatz gibt’s noch dazu, der war herzig und angenehm, mehr nicht. Bekannt ist dieses Städtchen für den Jaspis, der abgebaut wird. Zu früheren Zeiten wurde der Stein mit Marmor verwechselt, weshalb der Ort seinen Namen trägt. Am Morgen besuchten wir den Marble Pool (umgeben von Jaspis) und fuhren Richtung Nordwesten zurück an die Küste. Kurzer Abstecher in South Hedland, um unsere Vorräte aufzufüllen, danach ging’s aber weiter Richtung Broome mit einer Übernachtung auf einem 24h Stellplatz.


14 – 15. Juli 2017 – Newman / Hickman’s Crater

Wir passierten ein weiteren kleines Städtchen in mitten des Outbacks, von dem wir im Nachhinein eigentlich nicht mehr wussten, weshalb wir es besuchen wollten. Im Visitor Center wusste die Dame nichts von dem „Sculpture Trail“, den wir ablaufen wollten, noch empfahl sie uns, den Krater zu besuchen, der sich etwas nördlich von Newman befindet. Diesen Rat wollten wir aber nicht befolgen. Wir besuchen das „Aboriginal Arts Center“ in Newman, das eher weniger spektakulär war und setzten unsere Reise nach einem knapp zweistündigen Besuch fort. Die Nach verbrachten wir in der Nähe eines Flussbeetes, wo wir uns (ein weiteres Mal) fast eingelocht hätten. Die Fahrt zu dem „Hickman’s Crater“ dauerte über zwei Stunden über Stock und Stein und Wege, die kaum als solche zu bezeichnen sind. Lohnenswert war es allemal. Der Krater wurde erst 2006 auf Google Earth entdeckt (in dieser Gegend erstaunt das kaum), der Meteorit soll vor ca. 150’000 Jahren eingeschlagen haben.


12. – 14. Juli 2017 – Karijini National Park

Nach einer Nacht auf einem gratis Stellplatz erkundeten wir den Nationalpark. Leider befanden wir uns immer noch in den australischen Schulferien und waren deshalb in der ersten Schlucht etwas überrumpelt von den zahlreichen Touristen, die an uns vorbeigingen. Ganz einfach war der Abstieg allerdings nicht, dafür abenteuerlich. Plötzlich standen wir vor lauter Wasser, das es zu durchqueren galt. Barfuss ging es durchs eisig kalte Wasser. Wir spürten unsere Beine kaum noch, als wir endlich am anderen Ende ankamen und ich war natürlich klitsch nass (den kurzen Beinen sei dank!). Die erste „Gorge“ war bezeichnend für den ganzen Nationalpark. Wir wanderten durch eine Schlucht nach dem anderen, passierten mehrere Wasserfälle und bestaunten die unglaubliche Natur. Nach einer weiteren senkrechten Schlucht, die es mehr zu „erklettern“ gab als etwas anderes und wir endlich wieder oben ankamen, fand Lena ihre Sonnebrille nicht mehr und durfte deshalb den Weg gerade noch einmal zurücklegen. Ich gönnte mir die wohlverdiente Pause. Die vielen Touristen und die deshalb ausgebuchten Camping Plätze ersparten uns die Campinggebühren.


Hamersley Gorge


8. – 12. Juli 2017 – Tom Price

Die kleine Stadt nahe dem Karijini National Park bietet einiges mehr als ähnliche Städtchen an der Küste. Günstigere Tankstellen, Mechaniker, Einkaufsläden und Restaurants sind hier zu finden. Wir profitierten davon und füllten unsere Vorräte auf. Ursprünglich wollten wir nur zwei Tage hier bleiben, vor allem, um eine der weltweit grössten Eisenerzminen zu besichten und den „Mount Nameless“ zu erklimmen. Die Tour in die Mine war zwar eindrücklich, den Preis aber definitiv nicht wert (einmal aus dem Bus auszusteigen und einige Fotos zu schiessen sind keine $35 wert!). Der Marsch auf den „Mount Nameless“ war anstrengend, aber die Aussicht vom Gipfel einmal mehr unbezahlbar. Nachdem Tourbus mit 40 Touristen war die pure Natur am Nachmittag eine willkommene Abwechslung. Unser geplantes Programm in Tom Price war somit abgearbeitet und wir planten unsere Weiterreise. Wir stellten aber fest, dass etwas mit Matilda nicht stimmte und brachten die alte Dame zu einem Mechaniker, der feststellte, dass die Vorderachse in einem gefährlichen Zustand ist. Er empfahl uns keineswegs weiterzufahren und bestellt das Ersatzteil aus Perth, das eigentlich am kommenden Tag eintreffen sollte. Nächster Tag, nächste Fahrt in die Garage, doch das Ersatzteil wurde vergessen zu verladen. Etwas ärgerlich war es zwar, dass wir einen weiteren Tag auf dem Campingplatz verbringen mussten, andererseits genossen wir die erzwungenen Ferien und erledigten einiges, was wir die letzten Wochen aufgeschoben hatten (lernen, nähen, waschen usw.). Nun hoffen wir auf eine schnelle und solide Reparatur, damit wir unser nächstes Ziel, den Karijini National Park, ansteuern können.


07.-08. Juli 2017 – Millstream Chichester National Park

Unser Reiseführer meinte zwar, dass dieser Park nicht wirklich sehenswert ist, wir wurden aber vom Gegenteil überzeugt. Die hügelige, rotfelsige mit grün durchmischte Landschaft liess unsere Herzen höher schlagen und obwohl wir nicht allzuviel Zeit dort verbringen wollten, besuchten wir den Python Pool, wo wir uns eine Abkühlung gönnten und besuchten erneut einen Lookout, der uns mit sagenhafter Aussicht über die Pilbara Region verwöhnte. Eigentlich wollten wir auf einen naturverlassenen Campingplatz fahren, aber der war so naturverlassen, dass wir den Weg nicht finden konnten und somit auf halber Strecke stehen blieben und dort übernachteten. Am nächsten Morgen besuchten wir den südwestlichen Teil des Nationalparks, der durch seine reichen Wasservorkommen mit Bächen, Palmen und anderen Pflanzen übersät ist. Nach dem „Wetland Walk“ ging’s weiter Richtung Tom Price.


05.-07. Juli 2017 Karratha / Dampier

Einen ganzen Tag brauchten wir, um von Exmouth nach Karratha zu gelangen. Wir fanden schliesslich einen wunderschönen Rastplatz (gratis!) direkt an einem Fluss (einer der einzigen, der ganzjährig mit Wasser gefüllt ist). Am darauffolgenden Morgen besuchten wir die Shopping Mall in Karratha und verloren uns völlig in der Vielfalt der Läden. Nach all den kleinen Dörfchen und purer Natur wussten wir kaum noch, was ein Laden ist, was uns schliesslich Stunden kostete. Am Nachmittag besuchten wir die „Deep Gorge“, eine durch Erosionen gestaltete Felsenlandschaft, die besonders für ihre auf den Felsen sichtbaren Malereien von Aboriginal People sehenswert ist. Ein weiterer Abstecher folgte zu einem ausschliesslich aus Muscheln bestehenden Strand, nach Dampier, wo sich das Denkmal an den australischen Wanderer „Red Dog“ befindet und zu einem Lookout über Salzseen. Anschliessend gingen wir zurück auf denselben Rastplatz und sortierten unsere Einkäufe aus, die offenbar auch interessant für einige Achtbeiner waren, die sich in unseren Säcken befanden. Ein weiteres Mal einen Grund für Lena, das Bett nach Spinnen zu durchsuchen (ich habe das mittlerweile aufgegeben und hoffe auf proteinreiche Nahrung während des Schlafens ;-)).


29. Juni – 05. Juli 2017 – Exmouth

Einen längeren Aufenthalt machten wir dafür in Exmouth, ein kleines Städtchen, das an das „Ningaloo Reef“ grenzt. Viel weniger touristisch als Coral Bay ist es zwar nicht, aber entspannter ist es allemal. Am ersten Tag mussten zuerst alle Vorräte wieder aufgefüllt werden und auch ein Besuch beim Mechaniker war hinfällig. Wir mussten schliesslich unseren geplatzten Reifen ersetzen. Somit war der erste Tag auch schon Geschichte. Am Tag Nummer 2 besuchten wir die „Turquoise Bay“ im „Cape Range National Park“. Ein wunderschöner Strand mit, wie der Namen es schon verrät, türkisfarbenem Wasser. Ein perfekter Ort, um sich vom Reisen zu erholen, zu lesen und zu schnorcheln. Nachdem wir einen weiteren Tag ausschliesslich auf dem Campingplatz verbrachten, gingen wir am 4. Tag auf eine eintägige „Whale Shark Tour“. Das Erlebnis mit Walhaien (den grössten Fischen überhaupt) zu schwimmen war einzigartig und trotz des hohen Preises definitiv lohnenswert. Am zweiletzten Tag in Exmouth wollten wir das Strandleben nochmals richtig geniessen und besuchten daher, nach einem kurzen Spaziergang durch Mangroven, den Strand „Oyster Stacks“. Die Fische und Farbenpracht zeigten sich von ihrer schönsten Seite und wir genossen das Beobachten der Unterwasserwelt. Am nächsten Morgen fuhren wir unsere Begleiterin, Janet, an den „Flughafen“ in Exmouth. Naja, Flughafen ist übertrieben, eine Betonpiste und einen Schalter beschreibt den Ort präziser. Auf dem Rückweg füllten wir unseren Bier- und Weinvorrat auf (das war längst überfällig), liessen unser Beifahrer Fenster flicken (es gibt kaum etwas Wichtigeres als mit offenem Autofenster und lauter Musik durch die Landschaft zu düsen) und zurück auf dem Campingplatz putzten und flickten wir unser Auto. Das war (im Nachhinein) mehr als überflüssig, da das Auto überall Ritze und Spalten hat und der rote Staub einfach überall eindringt. Anyway, wir zogen damit die Aufmerksamkeit eines Australiers an, der uns lang und breit über seine Reise und Erfahrungen in der Kimberely Region berichtete und uns einige Tipps mit auf den Weg gab.

Turquoise Bay


Whale Shark Tour


Mangrove Walk & Oysters Stack


27.-28. Juni 2017 – Coral Bay

Von Coral Bay gibt es nicht allzu viel zu berichten. Die Strände und das Meer wären grundsätzlich wunderschön, aber der Ort ist mittlerweile extrem touristisch und da wir aus einer fast menschenleeren Umgebung kamen, wurde uns der Trubel bald zu viel. Wir beschlossen deshalb, auch, weil wir in den „Overflow“ Sektor des Camping Platzes „abgeschoben“ wurden, den Ort nach einer Nacht wieder zu verlassen. Einen kurzen Abstecher an den Paradise Beach machten wir am Morgen vor unserer Abreise.


25.-27. Juni 2017 Mount Augustus

Weiter auf roten Sandpisten ging es in Richtung Mount Augustus, der nicht zu unrecht als der grosse Bruder des weit bekannteren Ayers Rock (oder Uluru) bezeichnet wird. Der 717m hohe „Berg“ zählt zu den grössten Monolithen der Erde. In den frühen Morgenstunden nahmen wir den 6km langen Aufstieg zum Gipfel in Angriff und wurden mit einer traumhaften 360° Weitsicht belohnt. Am nächsten Morgen war die 500km lange Rückreise zur Küste angesagt, doch schon nach ca. 50km fühlte sich das Fahren leicht anders an. Einer der Reifen war geplatzt! Wir begannen den Radwechsel vorzunehmen, als ein netter, junger (und gut aussehender) Australier uns seine Hilfe anbot. Die nahmen wir gerne in Anspruch, da unser Weg mehr als fünf Stunden dauern sollte und wir eigentlich keine Zeit zu verlieren hatten. Er war definitiv schneller und geschickter als wir ;-). Mit einem etwas mulmigen Gefühl bogen wir in eine noch verlassenere Strasse ab und hofften, dass nichts weiteres passieren würde, denn in den nächsten 400km sollten wir keinen anderen Wagen mehr sehen. Erleichtert trafen wir am späten Abend in Coral Bay ein.


23.-25. Juni 2017 – Kennedy Range National Park

Die Reise führte weg von der Küste landeinwärts zum „Kennedy Range National Park“. Kurz vor dem Park schlugen wir unsere Zelte auf, direkt neben einem Fluss, der zurzeit jedoch ausgetrocknet war. Ohne Leute, ohne Strom, ohne nichts (nur einige Kühe starrten uns verwundert an). Der Platz war herrlich. Am darauffolgenden Tag besuchten wir den Park. Kurz nach Sonnenaufgang (07.15 Uhr) waren wir an dem „Sunrise Point“. Anschliessend liefen wir einige ziemlich steile und anstrengende Wanderwege, die mehr zum Klettern als zum Wandern gedacht sind. Einen Trail führte uns zu einer noch nicht ganz ausgetrockneten „Gorge“, an der Lena und ich kurzerhand beschlossen, uns eine nackte Abkühlung zu gönnen (Bilder werden vorenthalten ;-)). Der National Park diente als spiritueller Ort für Aboriginal People und wenn man die Felsformationen mit den ersten Sonnenstrahlen leuchten sieht, wird einem ziemlich schnell klar, weshalb dieser Ort so wichtig erschien.


22.-23. Juni 2017 – Carnarvon

Carnarvon ist eine herzige kleine Stadt, ca. 2.5h von Monkey Mia entfernt mit unzähligen Früchte- und Gemüseplantagen. Carnarvon liefert 70% des Wintergemüses für ganz Westaustralien (uns so gross ist die Stadt nicht!). Für uns diente der Ort vor allem dazu, alle unsere Vorräte aufzufüllen, zu tanken und unsere Reise durchzudenken. Endlich fanden wir auch mal einen Campingplatz, auf dem das Internet halbwegs funktionierte, sodass ich zumindest einige Texte auf meinen Blog laden konnte.


21.-22. Juni 2017 – Monkey Mia

Nach drei Tagen ohne Dusche waren wir froh, wieder einmal auf einem grösseren Campingplatz zu übernachten. Die Preise in „Monkey Mia“ sind zwar masslos überteuert, uns blieb aber nichts anderes übrig, da es in diesem Resort nur eine Übernachtungsmöglichkeit gibt. Lena und ich gingen auf eine Bootstour, auf der wir mehrere Delfine, Wasserschildkröten und schliesslich sogar eine Dugong (Seekuh) sahen. Die Delfine dieser Region haben die Eigenschaft, „an Land zu gehen“ um zu jagen. Sie treiben ihre Beute näher zum Strand und springen schliesslich in den Sand um sie zu schnappen. Des Weiteren können hier die einzigen Delfine weltweit gefunden werden, die einen Schwamm als Werkzeug benutzen. Sie beschützen damit ihre Nase, um die Fische am Grund aufzuscheuchen und sich dabei nicht zu verletzen. Sie lassen den Schwamm fallen, schwimmen an die Oberfläche, essen den Fisch und kehren zu ihrem Schwamm zurück. Diese Phänomen ist deshalb einzigartig, weil kein anderes Lebewesen ausser dem Menschen und diesen in Monkey Mia lebenden Bottlenose Dolphins Werkzeuge benutzen.

Nach der Bootstour, wir waren gerade dabei unseren Salat zu essen, wurden wir von frechen Emus attackiert, die offenbar gierig auf unser Mittagessen waren. Wir schlugen sie mit der Salatschüssel in die Flucht ;-). Eine weitere Bootstour vor Sonnenuntergang gab es gratis dazu und Janet begleitete uns dabei. Umgeben von zahlreichen Delfinen, einer wunderschönen Abendstimmung und mit nur fünf Leuten auf dem Boot, genossen wir ein Glas „Oyster Bay“.


19.-21. Juni 2017 – Francois Peron National Park

Der National Park befindet sich in der „Shark Bay“, Naturerbe und Heimat von zahlreichen Land- und Wassertierarten. Am Eingang hiess es Luft aus den Pneus rauslassen und erstmals den 4WD benutzen. Bis zu unserem Campingplatz an der „Big Lagoon“ lief alles reibungslos. Wir trafen juste für den Sonnenuntergang ein und genossen diesen Moment auf einem Hügel über der Lagune. Roter Sand und einige Büsche kennzeichneten die Landschaft. Der Campingplatz war spärlich eingerichtet, eine Toilette hatten wir jedoch zur Verfügung. Am Abend wurden wir von einem Skorpion überrascht, was uns etwas nachdenklich machte und dazu führte, dass Lena das Bett auf den Kopf stellte, um nach weiteren Tierchen zu suchen. Am kommenden Tag wollten wir den National Park erkundschaften. Weit kamen wir leider nicht, wir blieben im ersten etwas weicheren und tieferen Sand stecken. Grundsätzlich machten wir alles richtig, mehr Luft rauslassen, 4WD low einschalten, Pneus von Sand befreien und erneut versuchen. Schliesslich kam ein weiterer Wagen mit drei Personen, die uns halfen, uns anzustossen. Die erfahrene Tourleiterin war ebenso überrascht wie ich. Nachdem wir die Reifen wieder aufgepumpt hatten, beschlossen wir umzukehren, da uns das Risiko zu gross schien. Wir fuhren vielleicht zehn Meter in die entgegengesetzte Richtung, bis wir erneut stecken blieben. Das ganze Spiel ging von vorne los. Mit Hilfe eines typischen Aussies (starker Akzent, sehr freundlich und hilfsbereit und Surfer) fanden wir schliesslich heraus, dass nur ein Rad auf „lock“ gestellt war, was das Problem blitzartig löste. Wir setzten unsere Reise durch den NP fort. Die tiefroten Sandpisten waren spassig, aber zugleich herausfordernd. Wir machten einige Halte an Aussichtspunkten und liefen einen kurzen Wanderweg, bis wir kurz vor Sonnenuntergang wieder auf dem Campingplatz ankamen. Sonnenuntergang ist übrigens um 17.30 Uhr, viel Zeit bleibt also meistens nicht. Auf dem Weg nach „Monkey Mia“, dem Delfinresort, hielten wir inne an der „Little Lagoon“, die aus der Luft wohl um einiges spektakulärer zu sein scheint sowie dem „Shell Beach“, ein Strand, der ausschliesslich aus Muscheln besteht. Ein weiterer faszinierender Ort auf unserem Weg waren die Stromatoliten, uralte Formationen durch Bakterien am Leben erhalten. Wissenschaftler glauben, dass diese der Ursprung allen Lebens auf der Erde seien.


17.-19. Juni 2017 – Kalbarri National Park

Gekennzeichnet durch Klippen, Wälder und rote Sandpisten könnte der National Park aus einem Bilderbuch stammen. Bevor wir unseren herzigen Campingplatz direkt am Murchison River aufsuchten, machten wir zwei, drei Stopps an der Küste, um die wunderbare Aussicht zu geniessen und Ausschau nach Walen zu halten. Zurzeit reisen die Buckelwale von der Antarktis bis in den Norden Australiens, um dort ihre Jungen zu gebähren, um die Reise in den Süden anschliessend wieder antreten zu können. Wir waren äusserst glücklich, als direkt unter uns ein Schwarm von Delfinen auftauchte und dort verweilte. Kurz darauf erblickten wir einen Buckelwal, der gemütlich vorbeizog. Es war einmalig, dieses Tier zu beobachten. Am kommenden Tag wollten wir einen etwas längeren Trail ablaufen, der aber wegen Strassenarbeiten leider geschlossen war. Also besuchten wir kleinere Lookouts, genossen die Aussicht und gingen zurück an die Küste. Die „Blue Lagoon“ war optimal zum Schnorcheln und schliesslich liefen wir doch noch einen kurzen Trail zum „Mushroom Rock“ und durch Millionen alte Steinformationen. Mit einem Lagerfeuer und Gitarre liessen wir die zwei eindrücklichen Tage ausklingen.


16.-17. Juni 2017 – Port Gregory, Pink Hutt Lagoon & Lucky Bay

Wir übernachteten auf einer Farm in der Nähe von Port Gregory, bevor wir am nächsten Tag die Pink Hutt Lagoon passierten. Der pinkfarbene See ist von Bakterien besiedelt, die Beta Carotin produzieren, deshalb die Farbe. Einen kurzen Halt machten wir ebenso an der „Lucky Bay“, einem Strand zwischen Sanddünen. Schön war es, aber uns sollte noch viel Schöneres erwarten.

Port Gregory


Pink Hutt Lagoon


14.-16. Juni 2017 – Port Denison & Geraldton, Abrohol Islands

Wir fuhren weiter nordwärts und übernachteten auf einem gratis Stellplatz direkt am Meer kurz vor der Ortschaft „Port Denison“. Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich die Lobster Factory in Port Denison besuchen, aber diese ist für Besucher nicht mehr zugänglich. Also füllten wir unsere Wasserkanister und fuhren weiter nach Geraldton. Nebst Perth zählt Geraldton zu den grössten Städten an der Westküste. Grund genug, eine Pause einzulegen, die Lebensmittelvorräte aufzufüllen und etwas günstiger zu tanken. Endlich fanden wir auch eine neue Pialetti, nachdem Lena zwar den Kaffeekocher von Zuhause mitgebracht hatte, leider aber das Zwischenstück vergessen hatte. Juli, falls du das liest, kannst du mal suchen ;-)? Wir richteten uns auf einem etwas grösseren Campingplatz ein, da wir Internet brauchten und vor allem: Eine warme Dusche.

Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, da wir eine Tour zu den Abrohol Islands buchten. Als wir abfahren wollten, sprang das Auto leider nicht mehr an, da wir die Zündung nicht ausgeschaltet hatten (die brauchten wir für unser Licht). Unser Nachbar half uns freundlicherweise zu überbrücken, doch die Batterie schien total aufgebraucht zu sein und es half alles nichts. Nach Abschleppen und Anrollen sprang die alte Dame schliesslich an und wir konnten Richtung Flughafen fahren. Die Inselgegend besteht aus 122 verschiedenen Inseln, umgeben von Korallenriffs, die südlichsten im indischen Ozean. Das Wasser schien aus der Luft kristallklar. Wir landeten auf der „Wallaby Island“, auf der wir natürlich Wallabies sehen konnten und verschiedene Echsenarten wie die Dragon Lizard und Skinks. Nach der Mittagspause gingen wir Schnorcheln, sahen aber leider nicht viel, da das Wasser sehr trüb war. Dafür sahen wir auf dem Rückweg See- und Fischadler. Der Rückflug nach Geraldton war einmalig, das türkisfarbene Wasser vermischte sich mit den tiefblauen Stellen, wir sahen Haie, Delfine, Manta Rochen und schliesslich sogar einen kurzen Moment einen Wal. Ich hätte ewig weiterfliegen können…

Bevor wir am nächsten Tag unsere Reise fortsetzten, besuchten wir nun in Geraldton eine Lobsterfabrik. Naja, die $10 war es nicht wirklich wert, aber interessant war es trotzdem. Auf jeden Fall werde ich, falls ich wieder einmal einen Hummer in Europa esse, genauer nachfragen, woher dieser kommt. Da wir etwas besorgt um unsere Autobatterie waren, hielten wir bei einer Garage, die uns schliesslich, trotz Zeitmangel, eine neue Batterie einsetzten. Leider dauerte das Ganze etwas länger als geplant, deshalb konnten wir unsere Reiseroute nicht wie geplant fortsetzen.

Port Denison


Geraldton


Abrohol Islands


12.-13. Juni – Cervantes, Pinnacles & Jurien Bay

Eigentlich suchten wir einen kleinen Campingplatz inmitten des Dorfes, dort war aber weit und breit niemand zu sehen und da wir unsere Nacht nicht auf einem grossen Caravan Park verbringen wollten, fuhren wir 60km landeinwärts. Die Strecke war phänomenal, rote Pisten, Büsche und weit und breit kein Mensch. Es war herrlich. Nach einem herzlichen Willkommen richteten wir uns ein, genossen das Abendessen und machten es uns vor dem Feuer gemütlich. Wir beschlossen die „Pinnacles“ bei Sonnenaufgang zu besuchen. Beim Zusammenpacken wurden wir leider ziemlich unlieb daran erinnert, dass es fünf Uhr morgens war ;-). Die vielen enttäuschenden Rückmeldungen zu den Kalksteinsäulen kann ich keineswegs nachvollziehen. Die Stimmung war einmalig, den Nambug National Park hatten wir für uns alleine und die Säulen, von denen niemand so richtig weiss, wie sie entstanden sind, waren äusserst eindrücklich. Letzter Halt in diesem NP waren die Stromatolites am Lake Thetis, die an die ersten Organismen auf diesem Planeten erinnern und zu den ältesten Fossilien überhaupt gehören (über 3500 Jahre alt).


11.-12. Juni – Yanchep National Park

Unseren ersten Halt machten wir im Yanchep NP unweit von Perth. Wir liefen den „Cave Trail“ und „Wetlands Trail“ ab, die durch Wälder und Limestones gekennzeichnet sind. Der National Park war ziemlich klein, also verbrachten wir nicht allzu viel Zeit dort und reisten am nächsten Tag, nachdem wir den geschützten Kuala Park besuchten, wieder ab. Kurzer Stop in Lancelin zum Mittagessen und Einkaufen, danach ging’s schon weiter nach Cervantes…

Yanchep National Park


Lancelin


10. Juni 2017

Am Samstagabend durfte ich Lena vom Flughafen abholen. Ich freute mich sehr auf ein vertrautes Gesicht und dementsprechend gross war die Freude, als ich ihr Gesicht erblickte.

Viel Zeit zum Einleben hatte sie jedoch nicht, reisten wir doch schon am Sonntag Morgen ab. Das Wiedersehen im Student’s House war einmalig. Alle standen auf der Veranda und winkten, als wir mit Matilda, unserem Auto, unsere Reise in Angriff nahmen. Ich verliess Scarborough mit einem tränenden und einem lachenden Auge. Die Zeit verflog wortwörtlich, aber ich spürte zugleich, dass es Zeit war, ein neues Abendteuer zu beginnen.


29. Mai 2017 – Sunset Scarborough Beach

Ohne Worte…


28. Mai 2017 – Swan Valley

Swan Valley ist eine der bekanntesten und beliebtesten Weinregionen in Westaustralien entlang des Swan Rivers. Unsere Fahrt führte uns durch zahlreiche Rebberge und vorbei an farbenprächtigen Landschaften. In dem Französischem Restaurant „Little River“, das zugleich auch eine Winery ist, genossen wir unser Mittagessen. Ich fühlte mich sofort sehr wohl, als ich im Hintergrund die Musik von Yann Tiersen hörte und erfuhr, dass der Besitzer aus Bordeaux ist. Einen Moment lang dachte ich ernsthaft, dass ich jetzt gerne in Frankreich wäre, bis ich bemerkte, wie absurd dieser Gedanke ist. Das Leben hier ist so alltäglich geworden, dass ich manchmal vergesse, inmitten meiner Reise zu sein. Das wird sich ja aber bald ändern. Item… Der Wein schmeckte uns sehr gut und wir konnten die Finger nicht davon lassen und kauften sechs Flaschen (nachdem wir bereits einige aus Margaret River nachbestellt hatten). Wir fuhren weiter entlang dem Touristenpfad, der von Winery zu Winery führt, doch da ich fahren musste, bestaunten wir vor allem die Gegend und machten einen letzten Halt in der „Lamont’s Winery“, wo ich wahrscheinlich den besten Rosé ever getrunken habe (auch diesen kauften wir :)).


27. Mai 2017 – Serpentine National Park

Die Zeit in Perth wird langsam knapp und es wird höchste Zeit, die „bucket list“ abzuarbeiten. Am Samstag machten wir deshalb (und weil das Wetter endlich wieder etwas besser war) einen Ausflug in den Serpentine National Park. Auch dieser NP ist vor allem bekannt für seinen Wasserfall (oder besser: Wasserfällchen), die „Serpentine Falls“. Eigentlich sind es mehrere Fälle, die fanden wir aber trotz mehrstündigem Spaziergang nicht ;-). Wir waren eigentlich schon froh, dass wir den Weg zum Eingang wieder gefunden hatten, nachdem wir eine Familie nach dem Weg fragen mussten (meine Kolleginnen haben ungefähr den gleich guten Orientierungssinn wie ich) und Google Maps verabschiedet sich ziemlich schnell, wenn man sich etwas entfernt der Zivilisation befindet. Im Frühling soll der Park vor allem für seine Wildblumen-Pracht beliebt sein. Davon sahen wir aber leider nichts. Trotzdem, die Natur war einmal mehr Seelenbalsam.


25. Mai 2017 – John Forest National Park

Am Donnerstag nach Schulende haben Janet und ich kurzerhand beschlossen, einen Nationalpark zu besuchen. Nach einer halben Stunde Autofahrt von Perth waren wir inmitten purer Natur. Der „John Forest National Park“ ist der älteste Nationalpark in Westaustralien und der zweitälteste in ganz Australien (der älteste ist der „Royal Nation Park“ in der Nähe von Sydney). Die Plattform, auf welcher sich der NP befindet, besteht hauptsächlich aus Granit und erstreckt sich bis Busselton (knapp 200km). Die Bäume sind mehrheitlich Jarrah Trees, eine Art Gummibaum, die hier in Westaustralien weiterverbreitet sind. Der Park ist vor allem für seinen Wasserfall bekannt, den wir ebenfalls inspizieren wollten. Als wir dort waren, bemerkten wir aber plötzlich, dass wir eigentlich inmitten des Falls standen, da, wo normalerweise Wasser fliesst. Der zu trockene Herbst hatte seine (oder eben keine) Spuren hinterlassen. Wir erfreuten uns vor allem an der abwechslungsreichen Vegetation und den Vögel. Ich sah den ersten Kookaburra, ein einheimischer Vogel, der auch „the laughing kookaburra“ genannt wird, weil seine Laute wie menschlichen Lachen tönt, und einige „Twenty-eight Parrots“, eine der vier Spezies der Ringneck-Familie. 


29.- 30. April 2017 – Rottnest Island

Es ist zwar schon eine Weile her, seit wir auf Rottnest Island waren, aber der Ausflug bleibt in bester Erinnerung. Rottnest ist eine wunderschöne, 19km lange Insel nordwestlich von Perth mit unzähligen weissen Sandstränden, kristallklarem Wasser, abwechslungsreicher Vegetation und natürlich den herzigen Quokkas. Den kleinen Tierchen verdankt die Insel ihren Namen, da sie von holländischen Seglern für Ratten gehalten wurden, wurde die Insel „Rotte Nest“, holländisch für Rattennest, getauft.
Unsere Reise begann am Samstagmorgen sehr früh. Die Fähre erreichte die Insel um ca. 9 Uhr. Mit unseren Fahrrädern erkundeten wir die Insel, machten Halt an diversen Buchten, schnorchelten (leider sahen wir nicht sehr viel), schauten uns Leuchttürme an und vor allem, genossen eines der letzten heissen Wochenende und die unglaubliche Landschaft. Wir buchten eigentlich ein Youth Hostel, in dem Alkoholverbot herrschte und wir regten uns darüber tödlich auf während wir auf der Fähre waren, sodass uns eine Frau anbot, unsere Getränke in ihrem Bungalow zu deponieren! Das war eine sehr nette Geste, die wir uns natürlich nicht entgingen liessen. Das Youth Hostel schien ziemlich verlassen, als wir dort ankamen. Schliesslich stellte sich heraus, dass dort seit längerem niemand mehr war und wir bekamen ein Bungalow im „Zentrum“, was natürlich um einiges besser war. Mit einem Aussie-BBQ, UNO und Gitarrenspiel liessen wir den ersten Tag ausklingen, bevor wir am Sonntag die Fahrräder erneut sattelten und den Norden der Insel erkundeten, der eher durch Seen als durch Strände gekennzeichnet ist. Erneut genossen wir eine atemberaubende Landschaft. Am späteren Nachmittag mussten wir leider schon wieder die Rückreise antreten, aber wir waren alle froh, dass wir zwei Tage Zeit hatten. Falls ihr aber jemals nach Rottnest gehen solltet, drei Tage lohnen sich auf jeden Fall, um alles etwas genauer zu erkunden.


22. April 2017 – Lumineers Metro City Perth

Ein tolles Konzert mit angenehmer Atmosphäre!


21. April 2017 – Supreme Court, Kings Park, and Perth City

Unser letzter und wohl einziger Schulausflug führte uns, gemeinsam mit den beiden anderen Cambridge Klassen, ins oberste Gericht von Perth. Nachdem wir uns die Räumlichkeiten angeschaut und den Wortschatz erarbeitet hatten, besuchten wir eine Gerichtsverhandlung. Etwas unwohl war mir dabei schon, da Familienangehörige dort waren und es mir etwas respektlos vorkam, aber was tut man nicht alles, um sich weiterzubilden ;-)?! In Australien sind alle Gerichtsverhandlungen öffentlich zugänglich, so lange man sich beim Ein- und Austreten verbeugt. Wir besuchten einen Fall, in dem der Angeklagte in der Weihnachtsnacht unter Drogeneinfluss zwei Autos am Bahnhof in Perth in Brand gesetzt hatte. Seine Strafe wurde auf dreieinhalb Jahre unbedingt festgesetzt. Anschliessend spielten wir gemeinsam einen Fall aus dem Jahre 1921 nach, in dem eine Frau ihrem Verlobten auf einem Ball erschossen hatte. Sie wurde freigesprochen! Ich war froh um den Ausflug. Er brachte etwas Abwechslung und die Möglichkeit, eine Seite von Australien zu sehen, die wohl den meisten vorenthalten bleibt.

Anschliessend besuchten wir den Kings Park mit seiner wunderbaren Aussicht auf Perth (ein oder zwei Besuche lohnen sich auf jeden Fall) und die Stadt selbst. 


13.  – 17. April 2017 – Williams, Albany, Denmark, and Margaret River

Am Osterwochenende mieteten wir ein Auto mit „rooftop tent“ (ein Zelt, das auf dem Autodach montiert ist) und fuhren Richtung Südosten. Unser eigentliches Ziel war Albany, das ca. sechs Fahrstunden von Scarborough entfernt ist. Wir teilten die Reise in zwei Etappen ein und erreichten das erste Ziel, ein kleiner Campingplatz mitten im Nichts am Donnerstag gegen 21.00 Uhr. Eigentlich wäre es nicht erlaubt gewesen in der Nacht zu fahren, da die Kängurus um diese Zeit sehr aktiv sind und eine Kollision viel wahrscheinlicher ist als tagsüber. Zudem war es nicht ganz leicht, den Campingplatz zu finden, da es stockdunkel war (weit und breit keine grössere Stadt, geschweige denn Strassenlaternen). Umso schöner war der Sternenhimmel. Am Ziel angekommen, machten wir ein grosses Feuer. Jede Parzelle war mit einer eigenen Feuerstelle ausgerüstet. Das Zelt war leider viel zu klein für fünf Personen, aber für eine Nacht konnten wir uns „zusammenquetschen“ (die folgenden Nächte schlief jemand im Auto). Am nächsten Morgen fuhren wir früh Richtung Albany. Es blieb genügend Zeit, das ganze Städten auszukundschaften. Mit rund 26’000 Einwohnern zählt Albany bereits zu den grösseren Städten in Westaustralien und es war die erste Stadt dieses Bundesstaates, die 1826 von einer Strafkolonie besiedelt wurde. Die Sträflinge überquerten die See mit der „Amity“. Vor der Besichtigung des Strandes, an dem einige Kunstwerke ausgestellt waren und der nachgebauten Amity, genossen wir unser Mittagessen in einem französischen Restaurant names „Liberté“, das an frühere Zeiten erinnert. Anschliessend besuchten wir einen kleinen Markt sowie die ersterbaute Kirche in Westaustralien. 

Am nächsten Tag suchten wir als erstes einen Bottleshop auf ;-). Anschliessend erkundeten wir die Halbinsel unterhalb von Albany. Wir durchquerten ein Stück Land, das gerade kontrolliert abgebrannt wurde, um die Vegetation zu begünstigen. Erster Halt war „Whale Grove“, ein wunderschöner, weisssandiger, verlassener Strand mit kristallklarem Wasser. Danach besuchten wir „the Gap & Natural Bridge“ im Nationalpark „Torndirrup“, wunderschöne, durch Wasser und Wind geformte Felsformationen. Das Kontrastprogramm bildete ein nicht sehr ansehnlicher Leuchtturm. Wir folgten einem Schild names „Bald Head“, was soviel wie Glatze oder Glatzkopf bedeutet. Ein schmaler Pfad führte uns auf einen Hügel mit wunderschöner Aussicht über Wälder und Meer. Die Namensgebung ist mir immer noch unklar. Danach besuchten wir kurz die „Salmon Bay“, ein Strand der zum Fischen geeignet ist, da zu einer gewissen Jahreszeit die Lachse in die Bucht strömen, um sich zu erholen. Der letzte Halt machten wir bei den „Blow Holes“, einer Felsplatte mit einem Loch darin, aus der ein Gemisch aus Wasser und Luft austritt, wenn die Wellen ca. 100 Meter unterhalb gegen den Felsen prallen. Ein weiteres spektakuläres Naturphänomen, das ein erlebnisreicher Tag abrundete. Den Abend verbrachten wir unter anderem am Strand des Campingplatzes, der sich am Emu Point befand, mit einer schönen Abenddämmerung. Als wir etwas später vor unserem Auto sassen, ein Bier tranken und uns nichts Böses ahnend unterhielten, schaute mich eine Kollegin plötzlich ziemlich verdutzt and und sagte: „Claudia, don’t move! Just don’t move“. Ich hatte schon einen halben Herzinfarkt als sie hinzufügte: „There’s a huge spider on your sleeve“. Ich befolgte ihre Anweisung, da ich mich vor lauter Angst sowieso nicht mehr bewegen konnte. Bevor die Kolleginnen die Spinne entfernen konnten, war sie schon weg und als ich endlich von dem Stuhl aufsprang, sahen wir sie bereits wieder hoch oben in den Bäumen taumeln. I still love Australia 😉 (und sooo gross war die Spinne dann doch nicht).

Tag 4 begann mit einem Frühstück in Denmark, einem kleinen, schmucken Dorf eine knappe Fahrstunde von Albany entfernt. Rob und Heather waren einen Tag zuvor an einem Markt in Denmark, doch leider hatte die Zeit nicht gereicht, um sie zu besuchen. Unser Weg sollte und nach Margaret River führen und ich denke, wir hatten grosses Glück, dass wir einige Stunden später dort ankamen. Bereits etwas in Zeitverzug verliessen wir Denmark und fuhren Richtung Nordwesten. Wir wussten zwar, dass wir irgendeinmal auf der Strecke tanken mussten, doch war, inmitten der Wälder und auf den verlassenen Strassen, weit und breit keine Tankstelle zu finden. Die geschätzte Anzahl km war noch 120 als wir langsam anfingen, uns Sorgen zu machen, zumal die Berechnung wegen unseres hohen Gewichts nicht stimmte und unser Ziel ca. 140km entfernt war. Ich wusste, das wir uns in der Nähe von Nannup befanden und als die Anzeige noch 50km berechnete, kehrten wir auf offener Strasse um und schlugen die Richtung von Nannup ein. Die Benzinberechnung zeigte einen übrigen Kilometer an, als wir an der Tankstelle einrollten. Etwas zu spät, dafür sicher und ohne Abschleppdienst erreichten wir den Camping Platz in Margaret River, an dem wir nur unser Auto parkierten und sogleich von unserem Weintour-Chauffeur abgeholt wurden. Margaret River ist bekannt als Weinregion in Westaustralien. Wir besuchten einige gute Wineries und obwohl wir alle Weisswein besser mögen, kehrten wir mit drei Flaschen Rotwein nach Hause ;-). Die Weintour schloss ebenfalls eine kurze Degustation der Diary Factory ein, in der wir einen (endlich mal) guten Cheddar Cheese kaufen konnten. Der Tag endete mit Gitarrenspiel und Gesang auf dem Campingplatz. 

Der letzte Tag brach an und das einzig Übriggebliebene auf unserer Bucketlist war ein Strand, der häufig von Stachelrochen (Stingrays) besucht wird. Wir fuhren also wieder Richtung Süden zu dem Strand und wir hatten Glück. Wir sahen einige dieser faszinierenden Tiere ganz Nahe am Ufer und ich regte mich wieder einmal über einige Touristen auf, die es für nötig befanden, die Tiere zu „streicheln“. Einen Kaffee zur Stärkung und danach ging’s ab nach „Hause“. 


12. März – 12. April 2017

Hier ist er endlich, mein längst überfälliger Eintrag. Nebst Lernen steht mir „leider“ nur wenig Freizeit zur Verfügung, der Blog muss also hinten anstehen. Zudem… so viel zu erzählen gibt es gar nicht. Ich hatte einen guten Start in Scarborough. Ich wohne in einem Student’s house 15 min. von der Schule und dem Strand entfernt. Die Schule dauert jeweils von neun bis zwei Uhr, zwei Mal die Woche haben wir in einer weiteren Nachmittagsstunde Prüfungstraining. Dieses ist zwingend nötig, da keine(r) von uns die Prüfung jetzt schon (sicher) bestehen würde ;-). Die Leute im Student’s house kommen und gehen, doch zwei Nationalitäten stechen heraus: Schweizer(innen) und Japaner(innen). Einige sind bereits abgereist, nun ist es etwas ruhiger geworden – der Herbst hat Einzug gehalten. Ich will euch aber nicht mit meinem Alltagsleben langweilen, das nicht viel anders aussieht als zuhause. Viel lieber erzähle ich euch von einigen meiner Erlebnisse:

Am ersten Wochenende ging ich an den Cottleslow Beach. Dort wollte ich eigentlich noch ein paar Tage „Ferien“ machen bevor die Schule beginnt, dafür blieb aber leider keine Zeit. Einige Tage lang waren Skulpturen von diversen Künstlern ausgestellt. Da ich den letzten Tag erwischt habe, war der Strand mit Leuten übersät, was mich nicht gerade dazu verleitet hat, stundenlang zu bleiben. Bevor ich ging, traf ich jedoch noch ein witziges Tierchen an, dessen Namen ich leider vergessen habe (siehe Foto). Mein Weg führte direkt nach Perth und meine Klassenkameraden und ich trafen uns im Kings Park zu einem BBQ. Das ist einmalig in Australien, in allen Pärken, Stränden und öffentlichen Plätzen stehen den Besuchern BBQ Plätze zur Verfügung – gratis! Just bring your food and have a good time with your mates :). Zur Krönung des Tages betrachteten wir den Sonnenuntergang am City Beach – West Perth. 

Vor zwei Wochen machten eine Klassenkollegin, ihre brasilianischen Mitbewohner und ich einen Ausflug nach Margaret River. Dort fand ein internationaler Surf Contest statt. Die Fotos sind leider nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte, da ich die Kamera zu Hause vergessen hatte (ärgerlich!). Trotzdem verbrachten wir ein tolles Wochenende mit viel Sonnenschein, hübschen Surfern, gutem Essen und vor allem guter Gesellschaft. Am Sonntag machten wir einen Abstecher in eine kleine Schokoladenfabrik. Das war nett, doch selbstverständlich nicht vergleichbar mit Schweizer Schokolade ;-). Unsere Zelte schlugen wir auf einem Camping Platz nahe der Stadt auf. Der Sternenhimmel war einmal mehr einmalig, die Milchstrasse glasklar! Für die Mitbewohnerin meiner Kollegin hatte Premiere mit Zelten (es dauerte eine Weile, bis wir sie von der Idee überzeugen konnten). Trotz fehlender Matratzen (geschweige denn aufblasbaren „Mätteli“) und kalten Temperaturen in der Nacht bleibt es wohl ein unvergessliches Erlebnis. Auf der Rückreise besuchten wir den Strand in Dunsborough, von wo aus ich mich vor Wochen verlaufen hatte, um uns abzukühlen.

Letzten Freitag führte unser Weg nach Fremantle, eine etwas kleinere Hafen- und Künstlerstadt im Süden von Perth. Nach einem Rundgang auf dem beliebten Markt wollten wir die Brauerei besichtigen und Biere degustieren. Leider war das nicht möglich, da einige ihren Passport nicht bei sich trugen. ID oder Führerausweis zählen leider nicht. Vielleicht ein anderes Mal. Dafür gab es allerlei Meeresfrüchte zum Abendessen in einem netten Restaurant direkt im Hafen. Zum Abschluss machten wir einen Abstecher in eine Bar – dort zählte die ID – und wir verweilten einige Stunden. Wie in praktisch jeder Bar spielte Livemusik und die Australier waren – wie immer – für einen Smalltalk zu haben. 

Nebst diesen wenigen Ausflügen vergnügten wir uns prächtig in unserem Student’s house. Wir feierten zwei Abschiedspartys für zwei Schweizerinnen, die abreisten mit Grilladen und Sushi – made by Japanese guys. Nachdem mir meine Mitbewohner vor einigen Wochen aus Bern ein Foto von ihrem wundervollen Brunch geschickt haben, wollte ich unbedingt endlich wieder einmal gutes Brot essen und ergiebig frühstücken. Mit selbst gebackenem Zopf und Pancakes verbrachten wir einen gemütlichen Sonntagmorgen. Der Käse lässt jedoch zu wünschen übrig, auch hier bevorzuge ich definitiv den schmackhaften Gruyère ;-). 

Morgen gehts mit einem 4WD mit rooftop tent Richtung Süden. Wir fahren landeinwärts nach Albany, verbringen zwei Nächte dort und gehen nochmals nach Margaret River. Dieses Mal wollen wir auf eine Winery Tour. Ich freue mich auf dieses Wochenende (schon lange!). Es wird gut tun, mal etwas „rauszukommen“ bevor wir nächste Woche unsere Mock-Woche haben. Zwei Tage Prüfungen um zu sehen, wie schlecht wir immer noch sind ;-). Drückt mir die Daumen!


21. Februar – 11. März 2017 – Lavendel Farm Nannup

In den letzten zwei Wochen auf der Farm drehte sich mehr oder weniger alles um das Music Festival, welches am Wochenende vom 03.-06. März stattfand. Strassenschmuck aufhängen, Verkehr umleiten, Kaffeemaschinen organisieren und abholen, Milch und anderes einkaufen usw. Wir bewirtschafteten einen Getränke- und Imbissstand nahe der Hauptbühne. Das Festival war ein Erfolg, ich wäre zwar fast lieber nur als Besucherin gegangen, die Musik und die Leute (vor allem Hippies ;-)) entsprachen ziemlich meinem Geschmack. Nachdem wir aber am Samstagabend an unserem Stand total überbesetzt waren, verabschiedete ich mich am Sonntagabend und zog von Konzert zu Konzert. Die Atmosphäre war gut, jedoch nicht so ausgelassen, wie ich das von Schweizer Festivals kenne. Das lag wohl an den vielen Kindern ;-). 
Die folgenden Tage hatte ich leider eine heftige Magenverstimmung, was mich aber grösstenteils von den Aufräumarbeiten verschonte. Ich führte diese auf den zu hohen Zuckerkonsum während des Festivals zurück. Was der Durchschnittsaustralier an Zucker und an Fleisch konsumiert, ist einfach nur abartig, an einem Festival kann man dem leider fast nicht entgehen. Natürlich und zum Glück gibt es auch die Bewusste(re)n. Ich freue mich jedenfalls auf einen bunten, knackigen Salat ohne Fleisch :-).

Nun sind die Koffer schon fast gepackt, am Freitag reisen wir nach Bunbury, besuchen ein Openair-Kino und am Freitag reise ich Richtung Perth resp. Scarborough, wo ich in das Student’s house einziehe. News folgen…

Letzte Eindrücke aus Nannup
Bild 1-4: Dorfkern von Nannup von oben, Bild 5: Statuen für Dinge, die Nannup ausmachen (z.B. Musik und Kunst), Bild 6: Steine zum Andenken an indigene Völker, die hier gelebt haben, Bild 7: Alte Wohnwagen, in denen glückliche Hühner übernachten können, Bild 8-9: on the road, Kühe geniessen den Schatten; Emu läuft frisch fröhlich über die Strasse, Bild 9: Abfallentsorgung (Recycling sieht für mich anders aus), Bild 10-15: Farm und Tiere

Und hier ist sie: die berühmt berüchtigte Redback Spider! Für die meisten Menschen ist ihr Biss nicht tödlich, nur wahnsinnig schmerzhaft. Ich bekam also ziemlich Herzklopfen, als ich das Foto geschossen hatte. Dieses kleine Viech (etwa so gross wie eine Haselnuss) ist sehr nervös! Gefunden wurde sie im Touristenshop, in dem Heather arbeitet. Da ich Rob gesagt hatte, ich würde gerne mal eine sehen, brachte er sie mir in einem Plastiksäckchen mit. Gefangen hatte er sie mit blossen Händen!

Einige meiner Malerarbeiten und andere…

And last but not least: Eindrücke des Music Festivals
Bild 1-6: Aufbauarbeiten, Bild 7: Am Freitag auf dem Weg ans Festival von der Polizei für Atemkontrolle angehalten


12. – 20. Februar 2017 – Lavendel Farm Nannup

Nachdem die Arbeit mit Lavendel definitiv abgeschlossen ist, verbrachte ich fast die ganze letzte Woche damit, die Wände und das Dach des Hauses zu streichen. Mit guter Musik fühlt sich das wie eine kleine „Selbsttherapie“ an, nur konnte ich mich am Ende der Woche kaum noch bewegen ;-). Am Freitag besuchten wir dann mit Freunden von Heather und Rob, die eine Kastanienfarm haben, eine Pekannuss-Farm, um Wissen auszutauschen und eine geeignete Erntemaschine für sie zu finden. Das ganze schien etwas komplexer, als sie sich das vorgestellt hatten. Die Farm befand sich ca. 1.5 Fahrstunden landeinwärts in Mumballup. Ausser ca. 4000 Pekannussbäumen, einem Schuppen und einem kleinen Haus war weit und breit nichts zu sehen. Ich fand die Informationen und vor allem auch die Hinweisschilder interessant, was zu tun wäre, wenn man von einer Schlange oder Spinne gebissen würde – man weiss ja nie. 

Am Samstag und Sonntag musste Rob in einen Repetitionskurs für Feuerwehrmänner. Sie müssten ausrücken, wenn in unmittelbarer Nähe ein Buschbrand entfachen würde. Übrigens muss auch jede Farm einen eigenen Notfallplan für Brände haben. Die Kastanienfarmbesitzer würden mit Schnorchel in ihren Damm springen und warten, bis die Flammen über sie hinweggezogen sind…!?!
Heather und ich hatten zwei Märkte vor uns, an denen wir die Lavendelprodukte verkauften. Der am Samstag stattfindende führte uns wieder 1.5 Fahrstunden landeinwärts nach Boyup Brook. Eigentlich war es ein kleines Countryfestival mit Marktständen, Musikern und einer Truck- und Autoparade am frühen Nachmittag.  Ich fand einzig den orangen VW-Bus toll, alle anderen nervten mich eher, als dass ich mich amüsieren konnte. Essen konnte man nichts anderes als Hamburger. Die Australier mit ihren Cowboyhüten fanden es offensichtlich ein toller Anlass. Der Sonntag war weit weniger ereignisreich, der Markt fand in einer Turnhalle in Eaton in der Nähe von Bunbury statt. Gekauft hat kaum einer etwas und unsere Laune war nicht sonderlich gut, vor allem, weil wir am Samstag bereits um 5 Uhr und am Sonntag um 6 Uhr aufstehen mussten. Ich war ziemlich geschafft. Anschliessend assen wir mit Heather’s Mutter zu Mittag, warteten dabei über 40 Minuten auf zwei Salate, weil der Koch den Lachs nicht finden konnte und die gute ältere Dame hatte ununterbrochen geredet :-). 

Eigentlich sagte Heather letzte Woche, dass wir montags mal nichts tun werden, aber da die Kommunikation zwischen den beiden wohl etwas zu wünschen übrig lässt, erteilte mir Rob heute weitere Malerarbeiten. Nicht, dass ich es nicht gerne machen würde, nur einen Tag mal gar nichts tun wäre nicht schlecht. Ich glaube, das war bis jetzt erst einmal der Fall (nach einem Monat!). Ich habe mir bereits ein paar Tage Ferien gebucht, bevor dann die Schule beginnt ;-).

Vielleicht mal noch zur Erklärung, weshalb jede Ortschaft mit -up endet: „Up“ hat nichts mit Englisch zu tun, sondern kommt von den Aboriginals und bedeutet so viel wie Ort. Jede Ortschaft erhielt somit seine eigene Bedeutung. „Nann“ in Nannup bedeutet zum Beispiel Rasten oder Ruhen. Nannup ist also der Platz zum Rasten – wie war das nochmal mit dem Nichts-tun-Tag ;-)?!

Und das Wichtigste, jedenfalls für jeden Dorfbewohner, habe ich noch nicht erzählt. Letzte Woche hatte es hier ein, zwei Tage geregnet, im Inneren des Landes aber offenbar deutlich länger und stärker, weshalb der Blackwood River, der durch Nannup fliesst, ziemlich angestiegen ist. Alle Dorfbewohner pilgerten mehrmals täglich zum Fluss, um den Wasserstand zu beobachten. Ein „floodtree“steht direkt neben dem Fluss (oder halt eben im Fluss, wenn geflutet) und zeigt an, wie hoch das Wasser in welchem Jahr war. Der absolute Höhepunkt war 1910, halb so hoch war das Wasser 1982. 

Pecan Farm – Mumballup

Market in Boyup Brook


29. Januar – 11. Februar 2017 – Lavendel Farm Nannup

Seit meinem letzten Eintrag ist nicht viel Aufregendes passiert. Ich geniesse die Zeit, aber die Tage sehen alle recht ähnlich aus. Ich arbeite meistens morgens und nachmittags oder je nach Ort auch länger. Die Arbeiten sind abwechslungsreich. Zu Beginn beschäftigte ich mich vor allem mit Lavendel, was das Ernten, das Trennen von Blüten und Stängeln, das Sieben der Blüten sowie das Destillieren der Stängel und restlichen Blüten beinhaltete. Aus den gesiebten Blüten werden anschliessend weitere Produkte wie Kerzen, Seifen und diverse Sprays, z.B. gegen Insekten, für die Bettwäsche usw. hergestellt. Ich frage mich zuweilen, wer diese Produkte kaufen mag, denn andere „Farmers“ aus der Umgebung produzieren ja ebenfalls Kerzen und Seifen aus Soja, Honig oder sogar Ziegenmilch…?! Mmmh, damit riechen die Hände sicher gut ;-).
Nun sind die Lavendelfelder aber praktisch komplett geerntet, weshalb ich öfters mit Rob zusammen arbeite. Zurzeit bauen wir ein Gewächshaus für Heather, damit sie ihre Jungpflanzen aufziehen kann. Zudem arbeiten wir an Hockern und Bänken für das kommende Music Festival, die wir aus Holzpaletten herstellen. Manchmal zeigt er mir auch etwas skurrile Dinge. Ich bin nun jedenfalls in der Lage, ein Huhn in Trance zu versetzen ;-). Gartenarbeiten gehören ebenfalls zu meinen Aufgaben. Ich weiss nie so genau, was wir machen werden. Die Entscheide scheinen recht spontan zu fallen (oder sie sind einfach keine Organisationstalente (das ist meine Interpretation)), was es für mich manchmal etwas schwierig macht. 
Am Mittwoch fuhren wir nach Margaret River. Die beiden besuchten Freunde und ich schaute mich etwas um. Das war schnell getan, da dieses Städtchen aus einer einzigen Strasse, einigen Läden und eben dem Margaret River (Fluss) besteht. That’s it. Für Fussgänger ist es leider unmöglich, die naheliegenden Sehenswürdigkeiten wie Weingute, Höhlen und Strände zu erkundigen. Ebenfalls diese Woche fuhren wir zweimal nach Bunbury, einmal, um die Wände des einen Ferienhauses zu streichen, das andere Mal, um beide Häuser für Gäste vorzubereiten. Ich hatte auch Zeit, einen kurzen Abstecher zum Black Point Beach (siehe Fotos Bunbury) zu machen. Plötzlich stand eine Krabbe vor mir, die wohl meinte, ich wolle sie attackieren und mir deutlich zeigte, dass sie sich verteidigen würde, indem sie ihre Scheren geöffnet in die Luft hielt ;-). Kurz darauf schwamm ein Delfin der Küste entlang. Wunderschön!
Australiens Kontraste könnten nicht deutlicher sein als zurzeit. Im Nordwesten gibt es Überschwemmungen, die Strassen sind überflutet, in der Gegend von Perth herrschen Buschbrände, bei uns ist es 16°C (gefühlte minus zehn) und im Osten beinahe 40°C. Faszinierend!

Ich werde nun sicher bis nach dem Music Festival, welches am ersten Märzwochenende stattfindet, auf dieser Farm bleiben. Heather hatte mir angeboten, mich diesen Donnerstag nach Perth zu fahren, was ich aber dankend ablehnte, da ich das Landleben noch etwas geniessen möchte. Ich bin froh, nun Gewissheit darüber zu haben, wie lange ich bleiben kann. Bis anhin war es unklar, da sie daran zweifelten, genügend Arbeit für mich zu haben. Anyway, ich freue mich darüber und bin gespannt, was noch kommt…

Margaret River

Bunbury


23. -28. Januar 2017 – Lavendel Farm Nannup

Am Montag wurde ich von Rob und Heather, den Lavendel Farm Besitzern, in Bunbury Passenger Terminal abgeholt. Um dort hin zu kommen, musste ich den Bus nehmen, was eigentlich ziemlich unspektakulär war, ausser, dass der Bus Chauffeur wohl Mitleid mit mir und meinem vielen Gepäck hatte, sodass ich das Ticket nicht bezahlen musste – solche Kompetenzen sollten Bus-Chauffeure haben. Die Fahrt bis nach Nannup dauerte 1.5h, nicht sehr viel für Australien und doch scheint es das Ende der Welt zu sein. Die Farm selbst ist „nur“ ca. 16ha gross und liegt weitere zehn Fahrminuten vom 800 Seelendorf entfernt. In den ersten Tagen kam ich noch wenig mit der eigentlichen Arbeit mit Lavendel in Berührung, aber es gab allerlei anderes zu helfen und zu tun. Am Dienstag fand der alljährliche Family Fun Day statt. Organisiert wurde alles von freiwilligen Helfern, die das Herz der Gemeinde ausmachen. Eine Gruppe pensionierter Männer schloss sich vor Jahren zusammen, um bei solchen Anlässen mitzuhelfen. Wir bewirtschafteten eine Kaffeestand und verkauften andere Getränke während sich die Kids austobten. Auffallend war das Kletternetz, das bei uns aus Quadraten besteht, hier aber – wer könnte es ahnen – die Form eines Spinnennetzes hat.

Am nächsten Tag nahm ich meine „richtige“ Arbeit in Angriff, was vor allem „Lavender stripping“ beinhaltete. Das bedeutet das Trennen der Blüten von den Stängeln. Das wird mit einer sich ständig drehenden Bürste gemacht und ist ziemlich simple Arbeit. Dies tat ich von neun Uhr morgens bis um eins Uhr, danach war es unmöglich zu arbeiten, da das Thermometer bis auf 38°C anstieg.

Am 26. gab’s nicht viel zu tun, es war Australian Day (wie der 1. August in der Schweiz) und ein offizieller Feiertag. Wir machten einen Abstecher nach Nannup zum Brunch, wieder organisiert vom Lions Club (den Pensionären) und lauschten den hochlobenden Worte eines „whatever he was“ über das fabelhafte Australien, bevor die Nationalhymne gesungen wurde, welche bedeutend mehr Sinn macht als unsere und fast alle auswendig konnten. Danach wurden Auszeichnungen für die besten und engagiertesten Gemeindemitglieder/innen verteilt. Die Kategorie der unter 25-jährigen blieb jedoch aus, da niemand nominiert wurde (die zogen alle das Stadt- dem Landleben vor). 

Next Day: Lavendar Stripping wieder bis um ca. ein Uhr, danach genossen wir ein kühles Bad in Mitten des „Bushs“ im Barrabup Pool, welcher an der Strecke des „old timberline trail“ liegt. „Timber“ bedeutet auf Deutsch übersetzt Bauholz, welches auf diesem trail vor ca. 40-50 Jahren transportiert wurde. Davon ist heute praktisch nichts mehr zu sehen, ausser einem schmalen Weg durch den dichten Wald und dem Pool, der damals zur privaten Benützung der Inhaber des trails diente (es gab auch einen Pool für die Bediensteten, aber der liegt ca. 5km entfernt). 

Am Samstag brachen wir bereits um sechs Uhr morgens nach Dunsborough auf, wo ein Markt stattfand, auf dem wir die Lavendel-Produkte verkauften (oder es zumindest versuchten, es lief nicht sehr gut). Ich half vor allem beim Auf- und Abbau, ansonsten hatte ich nicht sehr viel zu tun, also machte ich einen kleinen Ausflug an den wunderschönen Strand. Welcome to paradise! Der Fussweg dauerte eigentlich nur 20 Minuten, für den Rückweg brauchte ich aber mehr als eine Stunde, da ich mich – ich wartete nur darauf, dass es geschieht – verlaufen hatte. Eine Erfahrung war’s wert und gelernt habe ich: Gehe niemals um die Mittagszeit an einen Ort, den du nicht kennst oder trage eine Stadtkarte bei dir und vor allem Wasser (das hatte ich zum Glück). Jetzt weiss ich wenigstens, wie sich ein gegrilltes Poulet fühlen muss ;-). Wir gingen anschliessend an einen anderen Strand und ich konnte meinen Körper wieder abkühlen. 
Nach dem Nachtessen nahm Rob mich und die zwei übers Wochenende residierenden Campingbesucher auf einen Nachtspaziergang mit. Ich sagte ihm, ich würde gerne mal die Spinnen sehen, von denen am Tag nur die unendlich vielen Netze zu sehen sind (am I crazy?), da diese lieben Tierchen nachtaktiv sind – wie so viele andere hier auch. Viel sahen wir zwar nicht, ausser überall die grün funkelnden Augen (und ich meine wirklich überall!) der kleinen Spinnen, einige Kängurus und Frösche. Rob erzählte uns viel über die Tiere, Pflanzen und die Geschichte der Umgebung (er wuchs wenige Kilometer von hier entfernt auf). Schliesslich fanden wir auch noch die etwas grösseren Wolf spiders – ein Fotomotiv war’s wert. Ein weiteres tolles Erlebnis an diesem Tag war das Schlüpfen sechs junger Truthähnen. Rob wollte, dass sie von einem Huhn grossgezogen werden, da die Truthahn-Mamma die kleinen gerne tot trampelt. Die Henne wollte aber nicht und als wir von unserem Nachtspaziergang zurückkehrten, kämpfte ein der Kälte Ausgesetztes schon mit dem Leben. Dieses mussten wir heute Morgen leider begraben. Ich war etwas traurig, aber es passte zu dem, was mir die zwei am vorigen Abend gesagt hatten: Leben und Tod sind auf der Farm alltägliche Dinge and we’ve to deal with it. Naja, wo nicht?

Das Farmleben im Allgemeinen begeistert mich sehr. Zum einen wird hier alles organic, also bio angebaut, Gemüsereste werden den Hühnern verfüttert und getrunken wird ungefiltertes Regenwasser (awesome!). Es scheint wirklich ein Leben im Einklang mit der Natur zu sein!

Für die nächsten zwei Tage werde ich Chief der Farm sein, natürlich zusammen mit Lilly, der liebenswerten Border Collie Hündin. Ich freue mich auf die Einsamkeit. Cheers!


20.-23. Januar 2017 – Bunbury

Meine Reise nach Bunbury war etwas beschwerlich. Vom Hostel mit dem CAT-Bus zur Perth Station, von dort mit dem Zug zur East Perth Station und anschliessend mit dem Bus von TransWA nach Bunbury Passenger Terminal. Die Strecke war herrlich, die Fahrt dauerte gut 2.5h – sie hätte noch viel länger dauern dürfen! Nach einer guten Stunde Wartezeit in Bunbury fuhr der nächste Bus zur Bus Station. Endlich in der Jugendherberge angekommen, musste ich nochmals gut eine Stunde warten, da der Empfang geschlossen war. Der Tag war also schon fast gelaufen. Einkaufen ging ich dieses Mal im Coles, welcher etwas günstiger ist, dafür auch grössere Packungen anbietet, was für mich zurzeit nicht sehr praktisch ist. Und mit grösser meine ich amerikanisch, also riesig ;-). Ich freute mich allerdings sehr, denn ich konnte alle Produkte ohne grosses Nachdenken (ausser über den Preis) kaufen, da alles Gemüse „products of Australia“ sind. Am Abend machte ich einen längeren Abstecher zum zwei Minuten entfernten Rocky Point Beach. Ein wunderschön langgezogener Strand und ein atemberaubender Sonnenuntergang erwarteten mich. 

Die Jugendherberge ist ziemlich gut besetzt. Die meisten arbeiten im international bekannten Dolphin Discovery Center. Die meisten, die hier wohnen sind noch sehr jung und Deutsche. Ich versuche mich also mit der Schottin und der Neuseeländerin abzugeben ;-). Da es mir empfohlen wurde und es in Bunbury nicht viel Spektakuläres zu sehen gibt, ging ich am Morgen in das Dolphin Discovery Center. Gerechnet habe ich mit nichts, denn normalerweise wird einem versprochen, Delfine zu sehen und dann sieht man gar nichts. Hier ist es umgekehrt. Sie sagen, dass sie keine Garantie geben und siehe da, da waren sie auch schon. Ich kam exakt um die richtige Zeit (der Eintritt kostete 10 AUD und ermöglicht drei Eintritte), ging zum Strand der Koombana Bay und sah ein weiblicher Delfin mit ihrem Kalb. Es war fantastisch. Damit hatte sich für mich ein Kindheitstraum erfüllen lassen. Die Delfine sind wild und kommen fast täglich in die Bay, um den Leuten Gesellschaft zu leisten. Die zwei spielten miteinander und begrüssten uns. Eine Stunde später tauchte bereits der nächste auf. Es war wirklich ein aussergewöhnliches Erlebnis. Die kleine Tour im Center selbst war wenig spektakulär.

Anschliessend spazierte ich durch den Mangrove Cove Park, einem Sumpfgebiet, das vor allem wegen seines reichen Vogellebens begehrt ist. Leider konnte ich nicht länger bleiben, da die Sonne gnadenlos brannte und ich beinahe einen Hitzschlag bekam. Nun bin ich regeneriert, more to come soon…


18.-20. Januar 2017 – Perth

Meine Ankunft in Perth war vor allem durch Warten gekennzeichnet. Das Hostel ging zwei Stunden später auf, als ich angekommen war. Der Kaffee, den ich in der Zwischenzeit trank war nur halb so lecker wie sonst, da er ultimativ teuer war (also CH-Preise!). Danach wartete ich nochmals zwei Stunden auf mein Zimmer. 
In Perth verkehren vier verschiedene CAT-Buses, die den ganzen Tag ihre Linien auf- und abfahren und gratis sind. Der rote fuhr direkt vor meinem Hostel, was mir eine gute Gelegenheit bot, einen ersten Überblick über die Stadt zu gewinnen. In der Hay Street Mall fand ich den altbekannten Woolworths. Die Preise sind horrent, deshalb musste ich mir genügend Zeit lassen, um nicht schon am ersten Tag bankrott zu gehen :). Ökologisch scheint mir der Laden auch nicht, bekam ich doch für einen ziemlich kleinen Einkauf drei Plastiksäcke. Viel mehr weiss ich nicht mehr, da ich den restlichen Nachmittag mit meiner Müdigkeit gekämpft habe. Bedtime war bereits um halb acht!

Am zweiten Tag führte mich der Weg erneut ins Stadt- und Einkaufszentrum (für ein australische SIM-Karte). Danach nahm ich den Blue-Cat Richtung Elizabeth Quay. Von dort aus erreichte ich die Swan Bells oder Bell Tower genannt (Glockenturm) direkt am Wasser des Swan Rivers. Das Ufer lud zu einem Spaziergang bis zum Queens Gardens ein, einer wunderschönen Parkanlage (leider direkt neben der WACA (Western Australian Cricket Association), in der gerade ein Spiel stattfand). 

In relativ kurzer Zeit konnte ich mir ein Bild dieser 1.3 Mio. Einwohner-Stadt machen. Perth ist gesäumt mit Hotels, Restaurants, Bars und Imbissständen. Überall hört man Strassenmusiker, die Gebäude sind sehr abwechslungsreich, z.T. aus der Kolonialzeit stammend, z.T. hypermodern, die Stadt ist allgemein sehr grün und verfügt über viele kleinere Parkanlagen. Die Leute sind durch und durch freundlich and everybody is your mate :). Die Stadt pulsiert!


16.-18. Januar 2017 – Reise

Nach gut 23 Reisestunden habe ich Perth erreicht. Der beschwerlichste, aber auch lustigste Teil war mit Abstand die Strecke von Bern nach Zürich, das Highlight der Besuch des Cactus Garden am Singapore Airport. Eigentlich ist es eine Raucher-Lounge und Bar, verbunden mit einem kleinen botanischen Garten in mitten des Flughafens.

Cactus Garden Singapore Airport