14. – 15. August 2018 – Vrhpolje

Nach knapp sechs Stunden Fahrt durch Italien (Milano, Verona, Venedig) erreichten wir das herzige Dorf „Vrhpolje“ (zwischen dem „v“ und dem „r“ ein umgekehrtes „e“ betonen, ansonsten verrenkt man sich die Zunge). Unser erster Camping hatte nur Platz für 15 Gäste, die Besitzerin servierte uns als Welcome Drink ein Fläschchen Wein und machte uns auf das Gemüse aufmerksam, welches aus dem eigenen Garten stammt und für alle Gäste zur Verfügung steht. Während des Kochens kamen wir mit einem Italiener ins Gespräch, mit dem wir den ganzen Abend verbrachten und über Gott und die Welt sprachen. Vom Ort selbst sahen wir kaum etwas, aber es gab auch nicht viel zu sehen. Am nächsten Tag wollten wir den Nationalpark „Skocjanske Jame“ erkunden.


15. August 2018 – Skocjanske Jame National Park

Der Weg von Vrhpolje zum Skocjanske Jame Nationalpark führte uns über passähnliche Strassen ins Gebirge, vorbei an Rebbergen und Mini-Siedlungen – wunderschöne Stecke, mit etwas Kondition auch ideal für Fahrradbegiesterte. Der Skocjanske Jame ist ein Nationalpark im westlichen Teil Sloweniens und gehört mittlerweile zum UNESCO Weltnaturerbe. Speziell daran ist das unterirdische Höhlensystem, das vor allem wegen der Höhle „Skocjan“ Berühmtheit erlangte. 

Der Regionalpark schließt eine typische und weltweit einzigartige Karstlandschaft ein, die an einem Ort eine Fülle natürlicher Werte versammelt, ein reiches Naturerbe in Form von Karst- und anderen Erscheinungen und Besonderheiten. Er bildet zusammen mit dem Netzwerk von Höhlen, Einsturzdolinen und Naturdenkmälern eine typische „Karstarchitektur“.

Quelle: http://www.park-skocjanske-jame.si/de/inhalt/schutzgebiet/naturerbe

Durch diese Karstarchitektur der Natur marschierten wir eineinhalb Stunden und durchliefen somit den „educational trail“ des Nationalparks. Natürlich wäre es eindrücklich gewesen, die Höhlen von innen zu begutachten, nur hatten wir keine Lust in einer 30m langen Schlange anzustehen, noch 20 Euro für den Eintritt zu bezahlen. Zudem hatte es auf diesem Pfad dann auch praktisch keine Touristen, was unserer Stimmung zu Gute kam. Auf dem Wanderweg erfährt man Spannendes zu Flora sowie Fauna und den umliegenden Dörfchen. Unterwegs genossen wir unser erstes slowenisches Bier „Lasko“, das wie ein ziemlich gewöhnliches Lagerbier schmeckt. Wie in Slowenien üblich, warteten auch vor dem Ausgang des Parks ein Stand mit lokalen Köstlichkeiten (Bärlauchpesto, Öle und Schnaps). Trauben- und Honiglikör wurde uns vom gastfreundlichen und verkaufswilligen Standbetreuer angeboten. 

Wir entschlossen uns unsere Reise Richtung Adriaküste fortzusetzen, was sich im Nachhinein als nicht die beste Entscheidung erwies. Nach unserem ersten Campingplatz in „Vrhpolje“, der an Charme fast nicht zu übertreffen war, fanden wir Campingplätze, in denen Wohnmobile, Zelte und alles dazwischen eng aneinander gereiht waren. Die Leute wurden durch den Massentourismus zunehmend unfreundlich, was uns sehr widerstrebte. Nach zwei Stunden Suche fanden wir schliesslich einen Campingplatz in „Strunjan“, mit dem wir uns abfinden konnten. Die bessere Wahl wäre wohl ein Waldweg abseits vom Tourismus gewesen. Der Sonnenuntergang am Meer wertete den Abend und den Platz dann aber deutlich auf. 

Skocjanske Jame Nationalpark

 

Strunjan


16.08.2018 – Koper

Trotz des Menschenauflaufs an der Küste beschlossen wir, eines der Küstenstädtchen zu besichtigen. «Koper» schien uns wegen des am Morgen stattfinden Marktes ideal. Für praktisch kein Geld kauften wir jede Menge Gemüse und frischen Fisch ein und besichtigten anschliessend das herzige Städtchen, indem von den vielen Touristen auf den Campingplätzen kaum etwas zu spüren war. Höhepunkt war die Aussicht des im 12. Jahrhundert und zwischen 1418 bis 1480 rekonstruierten Glockenturms, den wir nach 204 Treppen erreichten. Auch der Hafen von «Koper» war ein Abstecher wert.


16. – 17.08.2018 – Ajdovscina und Idrija

Einen netten und nicht so überlaufenen Campingplatz fanden wir in «Ajdovscina», welches in der Nähe von Idrija, unserem eigentlichen Reiseziel, lag. Irdrija ist ein kleines Städten, welches vor allem wegen des früheren Quecksilberabbaus bekannt wurde. Das grösste je in Europa gebaute Wasserrad mit einem Durchmesser von 13.6 Meter befindet sich dort. Das Wasserrad selbst konnten wir leider nicht besichtigen, da es sich hinter abgeschlossenen Türen befindet. Einen kleinen Eindruck wie das Quecksilber gewonnen und verarbeitet wurde, konnten wir trotzdem gewinnen. Zum Abschluss machten wir einen Abstecher an den Fluss «Idrija», der uns eine nette Abwechslung bot.


17. – 18.08.2018 Zgornje Duplje

Der nächste Campingplatz befand sich an einem schönen Fluss namens «Trzic Bistrica». Obwohl uns das Zielpublikum nicht sehr entsprach, verbrachten wir eine angenehme Nacht. Erstaunlich in Slowenien ist die Abfalltrennung, die sowohl in den Städten verlangt, aber auch einfach umsetzbar ist, und auch auf den Campingplätzen strikt gehalten wird. So standen auf diesem Campingplatz acht verschiedene Mülleimer zur Verfügung.


18. – 19.08.2018 – Ljubljana

Diese Stadt ist ein absolutes Bijou! Mit nur knapp 240’000 Einwohner wirkt sie sehr familiär. Elektrobusse sowie Fahrräder stehen den Stadtbesuchenden gratis zur Verfügung und auch die Abfalltrennung wird hier einmal mehr grossgeschrieben. Nicht umsonst wurde Ljubljana 2016 zur «grünsten Stadt Europas» gekürt. Ein einladendes Restaurant nach dem anderen reiht sich der «Lubljanica», wunderschöne aus der Barrockzeit stammende und teils im Jugendstil erschaffene Gebäude reihen sich aneinander. Das Leben pulsiert. Die Leute geniessen den Sommer mit Musik und Spaziergängen am Fluss. Wenn man keine Lust auf konventionelle Museen und Kunstgalerien hat, eignet sich das «Museum of Illusions» hervorragend und für ein alternatives Abendprogramm stehen die Türen des «Metelkova» offen, welches der Reitschule in Bern sehr nahekommt.


19. – 20.08.2018 – Dolenjske Toplice

Dieser Ort im Südwesten besticht durch die abwechslungsreiche Natur. Wälder, Flüsse und grüne Hügel zeichnen das Landschaftsbild. Von Wanderungen bis Rifter Rafting kann hier alles gemacht werden. Wir haben uns für einen gemütlichen Waldspaziergang entschieden. Der Campingplatz befand sich direkt an einem Fluss. Sehr empfehlenswert auch wegen dem netten Besitzer und der guten Infrastruktur. 


20. – 21.08.2018 – Novo Mesto, Kozjanski NP

In Novo Mesto wollten wir eigentlich auf den Gemüsemarkt, waren aber zeitlich zu knapp dran, weshalb wir uns leider mit einem normalen Einkaufsladen begnügen mussten. Anstatt dessen fanden wir ein herziges Restaurant, in dem wir uns ein Bier gönnten. Nach einem kurzen Stadtrundgang ging unsere Reise weiter Richtung Kozjanski Nationalpark, ein grosses mit Wäldern gesäumtes Gebiet. Wir suchten uns einen etwas abgeschiedenen Platz und übernachteten in freier Natur.


21. – 22. August 2018 – Schloss Otocec, Pleterje Kloster, Camping

Otocec ist das einzige Wasserschloss in ganz Slowenien. Gebaut wurde es im 13. Jahrhundert, wobei es bis ins 16. Jahrhundert immer wieder erweitert und ausgebaut wurde. Ebenfalls im 16. Jahrhundert wurde die künstliche Insel gebaut, indem ein Kanal rund um das Schloss gegraben wurde, durch den anschliessend der Fluss „Krka“ seinen Weg bahnte. Die Parkanlage rund um das Schloss ist im englischen Stil angelegt.

Nach dem Besuch des Wasserschlosses besuchten wir das Kloster „Pleterje“, das mir eigentlich aufgrund des berühmten Birnenschnaps, der dort verkauft wird,  ins Auge gestochen war. Die Flaschen werden, wenn die Birnen noch ganz jung sind und die Grösse kleiner als der Durchmesser des Flaschenhalses ist, an die Bäume gehängt. Die Birnen wachsen somit in der Flasche. Nach der Ernte werden die Flaschen mit Williams aufgefüllt. Die Mauern des Klosters waren aber auch sonst eindrücklich, die Mönche hörte man singen und die Umgebung war ebenfalls wunderschön grün. 


22. – 24. August 2018 – Prebold, Zalec

Einer der sicherlich schönsten Campingplätze befand sich in Prebold. Die Besitzerin war äusserst zuvorkommend, aufgestellt und freundlich. Der Platz wird täglich vom Bäcker mit frischem Brot beliefert und die sanitären Anlagen glänzen wie in einem fünf Sterne Hotel. Aber natürlich machte nicht nur der Campingplatz den Ort zu etwas Besonderem. Im nebenan gelegen Dorf „Zalec“ befindet sich der erste in Europa stehende Bierbrunnen. Für acht Euro kauft man sich ein Glas, auf dem am Boden ein Chip befestigt ist. Sechs Mal à ein Deziliter kann das Glas gefüllt werden. Zur Verfügung stehen sechs verschiedene, aus Slowenien stammende Biersorten. Speziell, aber extrem fein war das grüne Hopfenbier. Hopfenfelder prägen das Landschaftsbild  und sind nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftszwei dieser Region. 


23. August 2018 – Ptuj und Umgebung

Wer nach Slowenien geht und dieses herzige Städtchen nicht sieht, verpasst definitiv etwas. Wir verliebten uns beide ein bisschen in das älteste Städtchen Sloweniens, das durch seine alten Gebäude, die Herzlichkeit der Leute und die alternativen, künstlerisch orientierten Lokale bezaubert. Wir kamen genau richtig, denn es fand das Poesie- und Weinfestival statt. Mitten im Zentrum und in diversen Bars gab es Vorlesungen von slowenischen und internationalen Schriftstellern sowie Weindegustationen. Auch die Region um Ptuj war eine der schönsten, die wir in Slowenien gesehen hatten. Unzählige Rebberge auf Hügeln mit wunderschönen Aussichten liessen den Nachmittag nur so verstreichen.


24. – 25. August 2018 – Jezersko

Der Abschluss unserer Reise bildete das kleine Dort „Jezersko“ ganz im Norden an der Grenze zu Österreich. Da das Wetter umgeschlagen hatte, sahen wir von der Landschaft praktisch nichts, sondern verbrachten den Abend auf dem Campingplatz und genossen den letzten Abend unserer Ferien in einem faszinierenden und inspirierenden Slowenien!